Der Grenzübergang in die EU war problemlos. Wir wurden nur sehr oberflächlich kontrolliert. Wir sind froh, dass wir nun die vielen manchmal mühsamen Grenzübertritte hinter uns haben.
Nicht weit von der Grenze haben wir einen schönen Campingplatz an einem kleinen See gefunden. Wir sind definitiv wieder in Europa, der Platz ist mit sauberen Sanitäranlagen ausgerüstet! Das Wetter lässt jedoch zu wünschen übrig. Es ist windig und recht kühl.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Riga. Im City Camp fanden wir einen gut gelegenen Campingplatz. Viele Wohnmobile, vor allem deutsche Urlauber, stehen hier. Wir sehen auch ein Auto aus Zürich und eines aus dem Kanton St.Gallen. Mitten in der Nacht erhielten wir einen Zeltnachbar. Wir hatten den Eindruck er müsse eine Limousine mit mindestens 20 Türen fahren, so oft hat er auf jeden Fall mit den Türen geknallt. Erst am Morgen entdeckten wir den Kleinwagen und dessen Besitzer im kleinen grünen Zelt.
Mit etwas Wehmut denken wir an unsere ruhigen wilden Camps zurück. Hier ist es geschäftig und laut. Uns fehlt bereits das ursprüngliche, natürliche der selbst ausgesuchten Plätze in der freien Natur.
Für den morgigen Tag planen wir eine Stadtrundfahrt mit einem Bus. Leider hat sich das Wetter nicht gebessert, im Gegenteil. Zum Glück sitzen wir trocken im Bus. Die Stadt sehen wir nur durch die verregneten Scheiben. Auch die Lust auf einen Stadtbummel zu Fuss ist uns vergangen.
Riga ist berühmt für seine Jugendstilbauten. Viele namhafte Architekten lieferten sich einen Wettbewerb um die schönsten Fassaden. So entstanden ganze Strassenzüge im Jugendstil. Der berühmte Architekt Mikhail Eisenstein hat die beiden Häuser in der Elizebetas lela 10a und10b gebaut, sowie auch die beiden gegenüberliegenden Gebäude.
Weiter geht unsere Reise Richtung Vilnius in Litauen.
von der mongolischen Grenze bis zur Grenze Europas (EU)
Schon im Bericht über Mongolien haben wir erwähnt, dass wir zurück nach Russland fahren. Der zweite Grenzübertritt gestaltete sich einiges schwieriger. Erst mussten wir von 12 -13 Uhr vor dem geschlossenen Zoll warten, es war gerade Mittagspause. Dann erfuhren wir, dass unser Frosch registriert werden muss als temporär eingeführtes Fahrzeug. Erst schien dies nicht weiter schwierig. Franz ist dann aber an eine richtige Schulmeisterin gelangt. Sie hat nicht nur die Schrift korrigiert, sondern auch verschiedene Punkte „verschlimmbessert“. Zuletzt ist ihr noch aufgefallen, dass das Auto auf Gabriele Mesey registriert ist. Sie wollte daher alle Formulare neu ausgefüllt haben. Gaby hat sie aber schlussendlich davon überzeugt, dass das Fahrzeug auf der grünen Versicherungskarte auf uns beide versichert ist. Das schien sie dann, nach ca. 1,5 Stunden, zu überzeugen und hat dann endlich den Stempel auf das Formular gedrückt.
Etwas verärgert sind wir weitergefahren durch die schöne Landschaft des Altajgebirges. Wir haben auf den gleichen Camps wieder Station gemacht.
Die Russen sind ja nicht gerade für ihre Offenheit bekannt. Im Cujacamp kam jedoch ein Zeltnachbar mit einer Flasche Wodka vorbei. Franz hat sich einen Schluck genehmigt und hatte dann alle Mühe den Besuch nicht in ein Besäufnis ausarten zu lassen. Der Besucher hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir um zum Baikalsee zu fahren nicht den Umweg über Novosibirsk nehmen müssen. Es gibt eine Strasse die kurz nach Barnaul in Richtung Kermerovo führt, die nicht im GPS verzeichnet ist. Dies erspart uns ungefähr 100 km. Novosibirsk werden wir auf der Rückreise Richtung Europa noch sehen. Dankbar für diese Information hat sich Franz noch ein Schlücklein Wodka genehmigt. Glücklicherweise kamen dann die Bekannten und Verwandten des Besuchers in grosser Zahl angefahren. Unser liebenswürdiger Besucher hat sich dann ganz ihnen gewidmet.
Am Morgen hatten wir Besuch einer ganz anderen Art. Die Pferdeherde liess sich durch die Camper nicht stören.
Der Plan war, vom Cujacamp direkt bis Barnaul durchzufahren. Wir waren uns aber nicht bewusst, dass an diesem Sonntag ein langes russisches Wochenende zu Ende geht. Der Verkehr war sehr dicht und kam schlussendlich gar ins Stocken. Kurzerhand entschlossen wir uns im Lubava Camp Station zu machen und die gestressten Russen nach Hause fahren zu lassen.
Nach einer Nacht in Barnaul nahmen wir den Weg nach Kermorovo unter die Räder. Wir fanden die Abzweigung auf die empfohlene Route, waren jedoch nie ganz sicher ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind da unser GPS uns über fast 200 km die Route als nichtexistent anzeigte. Die Strasse war jedoch in gutem Zustand.
Wir kamen durch ein Gebiet in dem Kohle im Tagbau abgebaut wird. Zu unserem Erstaunen lag jedoch kaum Kohlenstaub in der Luft.
Die Landschaft präsentiert sich sehr grün und meist bewaldet.
Über den Dächern von Kemorovo.
Zeitig am nächsten Morgen machen wir und auf den noch langen Weg bis zum Baikalsee
Ob beim Bau dieser Kapelle ein Schweizer beteiligt war oder ist das ein kirchliches Symbol?
Unsere nächste Station ist Krasnajorsk Es liegen immer noch etwa 1100km Strasse bis zum See vor uns.
Aussicht vom Hotelzimmer in Krasnajorsk. In dem blau-gelben VW-Bus wird Expresso und viele verschiedene Sirups aus Frankreich verkauft.
Die Trams von Krasnajorsk
Viele Kilometer sind wir durch sibirische Wälder gefahren. Es gibt dazwischen jedoch auch wieder weite Flächen.
Bei einer Rast hat sich Franz mit dem Fotoapparat auf Schmetterlingsjagd gemacht.
Freies Camp auf halbem Weg nach Irkutks.
In Irkutsks haben wir nur einen Übernachtungsstopp auf unserem Weg an den Baikalsee gemacht.
Wir haben hier nur unsere Vorräte aufgefüllt uns sind durch die einzige Fussgängerzone von Irkutsks spaziert. Wir wollen uns die Stadt auf der Rückreise genauer anschauen.
In einer Bar haben wir eine Reisegruppe aus Rapperswil getroffen.
Listvjanka ist ein kleiner touristisch dominierter Ort am Baikalsee, in der Nähe des Flusses Angara.
In dieser Gegend wirken die typischen sibirischen Holzhäuser sehr gepflegt und sind offensichtlich auch bewohnt.
Auch unser Hotel ist aus Holz gebaut und besteht aus mehreren Gebäuden. In der Nachbarschaft finden sich ebenfalls die schönen kleinen Holzhäuser.
Der Angara ist der einzige Ausfluss aus dem 636 km langen und zwischen 27 und 80 km breiten und bis zu 1647 Meter tiefen See.
Auf einem Bootsausflug genossen wir die herrliche Landschaft
Wir fuhren mit dem Schiff ans Nordufer zur stillgelegten Bahnstrecke und der alten Schiffswerft die seit der Verlegung der Bahnstrecke nicht mehr fahrplanmässig genutzt wird. Wir spazierten zum Tunnel Nr. 2 und eine kleine Strecke dem Schienenstrang entlang. Die Transsibirische Eisenbahn fährt heute am Südufer entlang. Alexander III hat beschlossen, dass die Bahn zweispurig geführt werden soll. Das Trassee und die 48 Tunnels wurden für zwei Spuren gebaut. Die heutige Bahn wird jedoch nur einspurig geführt. Die Strecke von Port Baikal, wo früher die Passagiere umsteigen mussten, bis Sljudjanka wird nur noch zu touristischen Zwecken befahren. Die heutige Transsibirische Eisenbahn führt direkt von Irkutsks nach Sljudjanka, lässt Port Baikal aus und fährt weiter dem Südufer entlang nach Wladiwostok.
Ein Zug, der Zarengold, ist genau zur richtigen Zeit hier durchgefahren.
Wir nehmen Abschied vom See und fahren nur ca. 70km zurück nach Irkutsk. Die Irkutsker Touristiker haben einen Stadtrundgang mit grüner Farbe auf den Trottoirs markiert. Der Weg führt zu allen bemerkenswerten Punkten der Stadt. Wir liessen uns durch die Stadt leiten. Leider war das Wetter nicht wirklich einladend. Trotzdem haben wir den Rundgang genossen und ein paar schöne Bilder geschossen.
Nachdem wir die letzten Nächte in bequemen Hotels übernachtet hatten fanden wir es wirklich wieder an der Zeit unser Zelt aufzustellen. Ausserdem gibt es auf der langen Strecke zwischen Irkutsk und Novosibirsk nur sehr wenige Übernachtungsmöglichkeiten.
Nach der ersten Etappe haben wir einen schönen Platz gefunden und verbrachten eine gemütliche Nacht im Zelt. Beim Aufstehen haben wir aber sofort unsere warmen Jacken angezogen. Es war nur noch 6°C warm (oder besser kalt).
Nach der guten Erfahrung von letzter Nacht wollen wir das wiederholen. Etwa nach 300km fuhren wir durch einen Gewittersturm. Franz musste anhalten da die Strasse im strömenden Regen nicht mehr zu sehen war. Wir nahmen an, dass wir uns für die kommende Nacht doch irgendeine feste Unterkunft suchen müssen. Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit schien jedoch wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel und wir hielten Ausschau nach einem angenehmen Zeltplatz. Bald wurden wir fündig und legten uns nach einem gemütlichen Nachtessen zufrieden schlafen. Es dauerte nicht lange und wir hörten ein Donnerrollen, noch war es weit entfernt. In den nächsten Minuten wurde das Donnern jedoch immer kräftiger und lauter. Der Wind stieg auf Sturmstärke. Unser Zelt wurde abwechselnd fast eingedrückt und dann aufgeblasen. Bald hörten wir auch das typische Hämmern der Regentropfen auf dem Dach. Es blieb jedoch nicht beim Hämmern. Bald goss es wie aus Kübeln. Es fühlte sich im Zelt an als wären wir mitten unter einem Wasserfall. Nach einer guten Stunde zog das Gewitter weiter. Wir waren trocken geblieben und unser Zelt ist immer noch ganz.
Auch am Morgen blies der Wind noch recht kräftig und der Himmel war bewölkt. Unser Bettzeug haben wir zusammengepackt und wollen nun noch dem Wind eine Chance geben unser Zelt etwas zu trocknen. Wir haben uns einen Kaffee gekocht und warteten auf die Sonne. Bald zeigte sie sich zwischen Wolkenfeldern. Bevor unser Zelt jedoch ganz trocken war zogen wieder schwarze Wolken auf. Wir wollten nicht einen weiteren Gewittersturm abwarten und haben schnell zusammen gepackt und uns auf die letzte Etappe nach Novosibirsk gemacht.
Ohne weitere Probleme sind wir in Novosibirsk eingetroffen. Wir haben uns entschlossen zwei Tage zu bleiben und uns die Stadt anzusehen. Im River Park Hotel, direkt am Ob, fanden wir ein angenehmes Zimmer.
Der Bahnhof von Novosibirsk ist ein wichtiger Knotenpunkt der transsibirischen Eisenbahn. Vor dem Bahnbau hatte das Dorf ca. 5000 Einwohner und wuchs in den 120 Jahren zu einer Milionenstadt.
Das Gebäude ist einer Dampflokomotive nachempfunden.
Im Innern des Bahnhofs herrscht eine wie zur Zarenzeit durchaus übliche Pracht.
Das alte Hotel Novosibirsk am Bahnhofplatz sieht sehr mitgenommen aus.
Die Stadt wirkt modern mit vielen Geschäften die auch die bei uns bekannten grossen Namen führen
Der Fluss Ob bestimmt das Stadtbild. Eine Promenade mit einem grossen Vergnügungspark liegt direkt am Fluss.
Die Kirchen und Kapellen erstrahlen wieder in ihrem alten Glanz nachdem diese in der Sowjetzeit oft als Lagerräume gebraucht oder einfach dem Verfall überlassen wurden.
Abendstimmung über dem Ob in Novosibirsk.
Weiter geht es nun über die westsibirische Tiefebene. Die Strassen verlangten von Fahrer und Fahrzeug oft sehr viel. Mal gab es ein paar Kilometer bestens geteerte, dann oft wieder von tiefen Furchen gezeichnete und von Löchern durchsetzte Abschnitte. Besonders die von Lastwagen gespurten Furchen waren mühsam da der Radabstand unseres Froschs nicht der gleiche ist wie bei LKWs. Wir wurden in den Furchen oft hin und her geschüttelt. Die Fahrt war jedoch nie langweilig. Die Ebene ist sehr grün, oft bewaldet und dann wieder von schönen Blumenwiesen gesäumt.
In Omsk haben wir übernachtet und planen am nächsten Tag weiter über die westsibirische Tiefebene zu fahren. Wir schätzen, dass wir zwei Tage brauchen werden bis Cheljabinsk. Zwei Wege führen dahin. Der eine überquert die Grenze zu Kasachstan und weiter nach ca 150 km wieder zurück nach Russland. Wir wollen uns die Unwägbarkeiten der Grenzübertritte ersparen. Wir waren auch nicht sicher ob die Kasachen unser zwar noch gültiges Visum für einen zweiten Eintritt in ihr Land akzeptieren würden. Das gleiche gilt auch für Russland wo unser Visum zwar zwei Eintritte zulässt, die wir aber bereits gemacht haben (Kasachstan-Russland und Mongolei – Russland). Wir haben uns deshalb für die nur wenig längere Strecke die nur auf russischem Gebiet verläuft, entschieden. Leider hat uns dann das GPS einen Streich gespielt. Plötzlich standen wir doch an der Grenze zu Kasachstan. Da wollten wir nun wirklich nicht hin. Ein freundlicher Zöllner hat uns dann auf unserer Karte eine Strasse eingezeichnet, die direkt zur M5 führen wird. Wir haben also einen Umweg von ca. 150 km gemacht. Leider war die Strasse in ziemlich schlechtem Zustand. Dafür hat uns die Landschaft der Gegend etwas entschädigt.
Abseits der Strasse, in der Nähe von Berdosche, haben wir unser Zelt für die Nacht aufgeschlagen.
Weiter geht es noch einen Tag über die westsibirische Tiefebene, meistens geradeaus auf einer Höhe von rund 110 MüM.
In Cheljabinsk haben wir im Mini Hotel, ein Hotel mit nur vier Zimmern, übernachtet. Viel von der Stadt haben wir nicht gesehen. Als wir am Morgen losfuhren hat es geregnet.
Noch ein Stück über die Tiefebene dann geht es Richtung Moskau. Noch ist Moskau ziemlich weit entfernt.
Wir überqueren den Ural und sind, sobald wir Ufa, unser nächstes Ziel, erreicht haben, zurück im geografischen Europa.
Zu unserer Überraschung ist der Ural nicht ein Gebirgszug wie wir uns das vorgestellt hatten. Er gleicht mehr den Hügeln des Juras. Den höchsten Punkt erreichten wir auf 800 MüM. Wir waren gewarnt worden, dass die Überquerung des Urals mit einigen Gefahren verbunden sei. Es gäbe sehr viele Unfälle und die LKW Fahrer nähmen überhaupt keine Rücksicht auf andere Fahrzeuge. Wir haben jedoch festgestellt, dass weder übermässig gerast wurde, noch dass die LKWs besonders rücksichtslos wären. Im Gegenteil, oft hat uns ein Brumifahrer das Überholen durch Zeichen erleichtert.
Wir entschlossen uns zwei Tage in Ufa zu bleiben und in einem Hotel zu übernachten. Zum Glück, denn ein schweres Gewitter zog über die Stadt. Wir waren beim Nachtessen und konnten so in Ruhe abwarten und noch ein Glas Wein geniessen bis der Regen aufhörte. Auf den Strassen hatten sich tiefe Pfützen gebildet. Wir sind jedoch trocken wieder zurück zu unserem Hotel spaziert.
Ufa liegt am Ufer des Flusses Belaja. Der Strand lag an diesem Tag jedoch verlassen da.
Die Stadt ist nicht sehr reich an Sehenswürdigkeiten. Wir haben den Aufenthalt vor allem zum Ausruhen benützt.
Wir nehmen die nächste Etappe Richtung Moskau unter die Räder. Auf dieser Strecke sehen wir viele Ölförderpumpen.
Im Hotel Itil haben wir, wie auch etwa 100 Trucker, die nächste Nacht verbracht.
Noch ein Übernachtungsstopp in einem einfachen Bungalow und wir werden die Strecke nach Moskau geschafft haben.
Unter dem Vorbau hat sich ein Schwalbenpaar ihr Nest gebaut. Die Vogeleltern haben sich bald an uns gewöhnt und fütterten fleissig ihre Jungvögel.
Franz musste unbedingt anhalten und die reiche Pilzernte dieser Verkäuferin bewundern. Er ist etwas neidisch.
Wir wollten uns nicht dem Stadtverkehr von Moskau aussetzen und haben deshalb ein Hotel gleich beim zweiten, von drei, Stadtringen gebucht. Ein Taxichauffeur hat uns sicher zum roten Platz gefahren.
Der rote Platz hat seinen Namen nicht von den roten Mauern, sondern, so wurde uns gesagt, das Wort rot hatte in der alten russischen Sprache auch die Bedeutung von schön. Also heisst der Platz eigentlich „schöner Platz“.
Am ersten Tag haben wir den alten Teil, das Zentrum, besucht. Auch das berühmte Warenhaus GUM, gleich beim roten Platz, haben wir uns angesehen. Drei dreistöckige Galerien beherbergen Filialen aller grossen Marken von Design, Haute Couture und jedem erdenklichen Accessoire.
Ein Delikatessengeschäft führt Köstlichkeiten aus der ganzen Welt.
Den Kreml, der das Parlamentsgebäude und den Präsidentenpalast, das ehemalige Zarenschloss, einschliesst besteht daneben aus mehreren Kirchen und einem sehr schönen, gepflegten Park. Die ganze Anlage ist von einer roten Steinmauer umschlossen.
Bei einer Sightseeing Tour mit dem Bus haben wir auch Moskau City besucht. Hier ragen die modernen Wolkenkratzer in den Himmel. Leider war die Aussichtsplattform auf dem 58. Stock eines Gebäudes geschlossen.
Wir haben Moskau verlassen und gönnten uns noch eine letzte Nacht in Russland im schön gelegenen Park Hotel an einem kleinen See.
Nun steht uns der letzte Grenzübertritt mit Grenzkontrolle bevor. Wie immer machen wir uns auf ein längeres Prozedere gefasst. Zu unserer Überraschung ging alles sehr entspannt über die Bühne. Nicht einmal die so akribisch gesammelten Registrierungsunterlagen der diversen Hotels wollte jemand sehen. Auch der Frosch wurde nur sehr oberflächlich überprüft.
Noch ging es 20 km über russisches Gebiet. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass jedes Anhalten in diesem Niemandsland verboten sei. Wir kamen nun zu einem Grenzzaun wo unsere Pässe das erste Mal kontrolliert wurden und erwarteten, dass nun bald das Zollgebäude auftauchen würde. Wir hatten jedoch noch weitere 6 km zu fahren bevor wir am mongolischen Zollgebäude empfangen wurden. Nachdem der übliche Formularkrieg erledigt war, der sich ziemlich schwierig gestaltete, da niemand auch nur einige Worte in einer anderen Sprache als Mongolisch sprach, sind wir in die Mongolei eingefahren. Gleich nach der Grenze mussten wir eine Haftpflichtversicherung abschliessen. Wir haben einige Rubel in mongolische Tenge gewechselt. Allerdings bekamen wir einen denkbar schlechten Kurs. Es gab aber ausser einigen Hütten im Grenzort keine andere Möglichkeit als dem „Devisenhändler“ seine Tenge abzukaufen.
Schon die ersten paar Kilometer zeigten uns, dass wir hier mit ganz anderen Strassenverhältnissen als in Russland zurechtkommen müssen. Noch sind wir zuversichtlich, dass unser Frosch uns auch hier sicher über alle Wege führen würde.
Wir hatten uns entschlossen die Nordroute, A16, über den Uvs Nuur See, Ulaan Gom, Tsetserleg nach Ulaan Bator und von da zur Grenze zu Russland bei Ulaan Ude. Die ganze Strecke liegt immer um etwa 2000 MüM.
Nach einer kurzen Fahrt sind wir in Tsagan Nuur, ein Dorf mit geschätzten 20 Häusern, eingetroffen und suchten nun die Einfahrt zur A16. Die Strasse führte praktisch um jedes Haus herum und schliesslich auf einen Feldweg, der bei uns sicher geschlossen würde, da er nicht mehr befahren werden kann. Wir waren aber auf einer der Hauptverbindungsstrassen in der Mongolei.
Die Strasse führte uns nun durch eine Bergkette. Wir sind einem Motorradfahrer begegnet, der uns ganz verzweifelt ein kaputtes Radlager entgegenhielt. Leider konnten wir ihm nicht helfen, luden ihn aber ein mit uns zu fahren bis wir auf jemanden treffen mit dem er sprechen könnte. Man muss sich vorstellen wie das „Gespräch“ zwischen uns und dem Töfffahrer vonstattenging! Bald schon kam uns ein Motorrad entgegen und unser Gast hat angedeutet, dass er nun aussteigen möchte. Wir wünschten ihm viel Glück und fuhren weiter.
Noch sind wir ab und zu einem Fahrzeug begegnet, wie etwa dieser Nomadenfamilie die auf dem Weg zum nächsten Weideplatz war.
Wir sahen wie sich über den Gipfeln langsam ein Unwetter zusammenbraute. Das war nicht beruhigend, da wir schon gehört hatten, dass dieses Jahr sehr viel Schnee gefallen sei und die Flüsse noch immer sehr viel Wasser führen. In den Schattentälern liegen noch die letzten Schneereste.
Sogar die Kühe tragen hier ein langes, zotteliges Fell um sich vor der bitteren Winterkälte zu schützen.
Nun geht es hinaus auf eine weite Ebene. Oft sahen wir mehrere Fahrspuren und waren nicht sicher welcher wir folgen sollen. Wir haben uns auf unser GPS verlassen. Weg- oder Richtungsweiser gab es hier in keiner Art und Weise.
Nach etwa vier Stunden Fahrzeit kamen wir an einen kleinen Flusslauf. Ohne Probleme hat der Frosch diesen gemeistert. Etwas weiter dann der nächste und dann gleich noch einer. Der vierte erwies sich dann schon als schwieriger. Das Wasser war etwa einen Meter tief und die Strömung ziemlich kräftig. Auch den haben Fahrer und Auto gut überstanden.
Doch zu unserem Entsetzen kamen wir nun an einen richtig breiten, tiefen Fluss. Zudem sind die Böschungen auf beiden Seiten sehr hoch und steil. Wir sind ausgestiegen um uns die Situation genauer anzusehen. Nach längerem „Werweissen“ und überlegen haben wir uns entschlossen die Durchfahrt nicht zu riskieren. Hier zeigte sich nun der Nachteil einer solchen Reise mit nur einem einzigen Fahrzeug. Wären zwei Autos da gewesen, hätte Franz die Durchfahrt in Angriff genommen. Er hätte dann, falls er tatsächlich am anderen Ufer nicht hoch gekommen wäre, oder in der Flussmitte stecken geblieben wäre, mit seiner Winde oder der des anderen Fahrzeugs wieder aufs Ufer gezogen werden können.
Ein Stück sind wir zurück gefahren, wieder durch den einen grösseren Fluss. Es zeigte sich nun, dass die Entscheidung umzukehren wohl richtig war. Der Frosch hatte bei der Rückfahrt einige Mühe und hat uns erst beim zweiten Anlauf wieder aus dem vorher mühelos überquerten Fluss herausgefahren. Das Wasser war so tief, dass sich die Ladebrücke mit Wasser füllte. Dies ist jedoch kein Problem. Das Wasser läuft sofort wieder aus. Franz war glücklich über den Entscheid in Barnaul neue Reifen gekauft zu haben. Er meinte, das habe in der brenzligen Situation sicher geholfen.
Obwohl wir das Gefühl hatten unser Zelt in der weiten Ebene, fern von jeder Behausung aufgestellt zu haben, kam schon nach kurzer Zeit ein Jeep angefahren. Es stiegen sage und schreibe zwölf (!) Personen und ein Baby aus dem Fahrzeug.
Nach grossem Palaver quetschte sich die ganze Gesellschaft wieder hinein.
Wir haben ein Nachtessen gekocht und beratschlagten, was wir nun als nächstes tun würden.
Auch die Dame mit ihren Söhnen, die uns etwas später besuchten, konnte uns keine guten Ratschläge geben.
Wir haben uns schweren Herzens entschlossen wieder zurück zur russischen Grenze zu fahren.
Die Nomaden benutzen die nicht sehr zahlreichen grünen Flächen mit ihren Jurten als Lager- und Weideplatz.
Um 11.00 Uhr am nächsten Morgen sind wir an der Grenze angekommen. Es standen schon einige Lastwagen in der Warteschlange. Zwei Motorradfahrer aus Frankreich waren ebenfalls da. Auch sie hatten sich entschlossen das Risiko der Fahrt durch die Mongolei nicht auf sich zu nehmen.
Wir sind zwar nicht sehr geduldig, haben aber trotzdem ohne zu murren gewartet. Einige der wartenden Fahrzeuge wurden ins Grenzgebäude eingelassen. Wir standen immer noch vor dem verschlossenen Tor. Ein Lastwagenfahrer gab uns dann zu verstehen, dass jetzt Mittagspause sei und die Zöllner erst um 14 Uhr mongolische Zeit wieder arbeiten würden.
Franz hat im Auto einen Mittagsschlaf gemacht.
Nach dem die Zöllner ihre Mahlzeit beendet hatten wurden wir ohne Probleme wieder nach Russland entlassen.
Die russischen Zöllner haben uns ohne grosses Theater einreisen lassen. Das Auto wurde nur oberflächlich untersucht und schon nach eineinhalb Stunden waren wir auf der Strasse Richtung Barnaul.
Sofort ist aufgefallen wie viel besser hier die Strassen sind. Auch die Landschaft verändert sich. Es ist zwar immer noch sehr flach, aber die Steppe haben wir hinter uns gelassen. Beidseits der Strasse erstrecken sich riesige Felder die erst kürzlich bebaut wurden. Noch kann man nicht erkennen was hier wachsen wird. Die einzelnen Felder erstrecken sich ungefähr über einen km2. Zum Windschutz sind sie mit Birkenhecken getrennt. Diese ganze Tiefebene dehnt sich bis Barnaul aus, das nur auf ca. 200 MüM liegt.
Schon vor einiger Zeit haben wir beschlossen, dass unser Frosch im Toyota Center in Barnaul einen gründlichen Service erhalten soll. Auch zwei neue Reifen braucht er.
Evgeni, der Serviceleiter der Toyota Garage war sehr hilfsbereit und hat uns versprochen, dass er zwei geeignete Reifen finden werde. Er hängte sich sofort ans Telefon und wurde nach mehreren Anrufen auch fündig. Die Öldichtung zwischen Getriebe und Kardanwelle wollte Franz überprüfen lassen, da er festgestellt hatte, dass von Zeit zu Zeit einige Tropfen Getriebeöl ausliefen. Während des Services wurde dann noch festgestellt, dass der Gummibalg beim Frontgestänge defekt ist. Zu unserem Glück hat Evgeni auch dieses Teil noch aufgetrieben. Der Frosch wurde ausserdem innen und aussen aufs gründlichste gereinigt. Um 20.40 h erhielten wir ein e-mail, dass unser Auto abholbereit sei. Die offizielle Arbeitszeit der Garage ist 09.00 – 21.00. Total Kosten 33‘500 Rubel (ca. 550 CHF)!
Wir sind Evgeni Vitovtov und seiner Crew sehr dankbar für den ausgezeichneten Service.
Früh am nächsten Morgen verlassen wir das Malta Hotel in Richtung Altaj Gebirge.
Hotel Malta im zweiten Block im Parterre.
Die Landschaft präsentiert sich weiterhin sehr grün. Nach Bijsk fahren wir durch eine sehr schöne Hügellandschaft. Langsam steigen wir immer höher den Vorläufern des Altaj entgegen.
Der Ob bei Bijsk
Im Lubava Camp am Katun Fluss haben wir einen angenehmen Übernachtungsplatz gefunden. Das Internet hat im Kaffee einwandfrei funktioniert. Nur leider entsprechen die sanitären Anlagen nicht ganz unseren Vorstellungen. WC war ein Fremdbegriff, es gab ein Häuschen mit einem Plumpsklo (Loch im Bodenbrett) als höchstes der Gefühle.
Wir genossen die Fahrt in Richtung mongolische Grenze. Die sibirischen Blockhäuser, die Blumenwiesen und der Ausblick auf die Berge machen diese Strecke sehr kurzweilig.
Über den Seminskij Pass geht es immer weiter der Grenze in Tasanta entgegen.
Es ist in diesem Gebiet Russlands üblich frei zu campieren. Wir haben das ausgenützt, da wir mit unserem Traveljohn besser ausgerüstet sind und daher gerne auf das russische Plumsklo verzichten. Also suchten wir uns einen schönen Platz und haben in der nächsten Nacht frei am Cujafluss in der Nähe von Aktas übernachtet.
Kurz nach Aktas haben wir dieses sehr spezielle Haus entdeckt. Es steht auf dem Kopf!
Dieses Buswartehäuschen wurde umgenutzt oder warten die zwei tatsächlich auf den Bus
Noch sehen wir das Altaj Gebirge im Hintergrund bevor es schnurgerade auf die Grenze zu geht. Der Grenzposten liegt auf ca. 2000 m in einer Steppenlandschaft.
Ein gut englisch sprechender Zöllner hat uns bei der Ausreise geholfen. Uns fehlte angeblich wieder einmal ein Formular. Er hat jedoch seine Kollegin überzeugt, dass das Formular von Kasachstan auch für Russland gültig sei und somit abgestempelt werden konnte.
Auch die Kasachen wollten genau wissen was in unserem Auto alles so vorhanden ist. Franz hat längere Zeit mit einem Offizier der Zöllner freundlich „gesprochen“, mit Händen und Füssen. Er zeigte besonderes Interesse an einem Schweizer Sackmesser, ein Werbegeschenk der Druckindustrie. Franz wollte ihm das Messer schenken. Darauf liess er sich aber nicht ein. Er wollte unbedingt dafür bezahlen und überreichte Franz 1000 Tenge (ca. 5 SFR) In der Zeit wurde unser Auto überprüft. Sogar Drogenhunde wurden eingesetzt.
Am Zoll wurde uns nahegelegt, dass wir eine Versicherung für das Auto abzuschliessen hätten. Gleich im nächsten Gebäude, ausserhalb des Zollgeländes soll das möglich sein.
Wir irrten etwas umher bis uns jemand ansprach. In einem Kaffee haben wir dann die Versicherung abgeschlossen und konnten beruhigt weiter fahren.
Rechts der Strasse nach Almati sahen wir immer wieder die Schneeberge des Altaj Gebirges, links nichts als Steppe und Wüste.
Im Alma Hotel wollten wir die obligatorische Registration in Auftrag geben. Leider war der nächste Tag, Donnerstag, ein Feiertag. Wir mussten also bis Freitagabend warten und können erst am Samstag weiter reisen. Es hat sich dann am Freitag herausgestellt, dass wir die Registrierung gar nicht brauchen.
Almaty hat uns gut gefallen. Die Strassen sind praktisch durchgehend von Bäumen beschattet.
Es gibt einige schöne Parks, die, selbstverständlich, mit kriegerischen Denkmälern geschmückt sind.
Die orthodoxe Kirche liegt ebenfalls mitten in einem Park.
Almaty war zu den Blütezeiten der Seidenstrasse ein wichtiger Warenumschlagsplatz. Karawanen aus verschiedenen Regionen brachten hierher Güter aus ihren Ländern und luden für den Rückweg Waren aus entgegengesetzter Richtung auf ihre Kamele.
Auf dem Markt haben wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage eingedeckt und uns nach den Einkäufen im Strassenkaffee ausgeruht.
Nochmals einen Blick zurück auf die Schneeberge die bis zu knapp 5000 MüM hoch sind vom Hotel Alma aus bevor es Richtung Semey durch die Wüste weitergeht.
Die ersten etwa 100 km war die Gegend noch schön grün. Der Kap Schagai Stausee liefert genügend Wasser. Bald flachten die Hügel merklich ab und wir fahren wieder durch die Steppe.
Nach 600 km holpriger Fahrt hatten wir genug und haben unser Zelt etwas abseits der Strasse aufgestellt. Umgeben waren wir von lauter „Nichts“.
In Semey, 100km vor der russischen Grenze haben wir noch einen Stopp eingelegt um für die auf vielen Blogs erwähnten Strapazen beim Grenzübertritt gewappnet zu sein.
Wir haben hier in Semey, im Norden Kasachstans, einen Bus der VBZ gesehen. Er war immer noch mit „Witikon“ angeschrieben. Scheinbar wird er hier immer noch als Stadtbus verwendet. Leider waren wir nicht schnell genug mit der Kamera bereit!
Blick über die Dächer von Semey.
Die Ausreise aus Kasachstan war dann aber überhaupt kein Problem. Die Zöllner waren effizient und haben unser Auto, offensichtlich nur aus Neugierde, kurz innen angesehen. Übrigens, an dieser Grenze hat niemand nach dem Versicherungsausweis gefragt!
Nach der mühsamen Geschichte in Usbekistan war der Grenzübertritt nach Kirgistan ein Schleck. Die Pässe wurden gestempelt, die Daten aus dem Fahrzeugausweis in ein Formular übertragen und das war’s dann auch schon.
Nur wenige Kilometer sind wir bis in die Grenzstadt Osh gefahren. Wir hatten einige Mühe das ausgewählte Hotel zu finden und sind schliesslich im Orto Asia abgestiegen. Ein modernes Hotel, sehr steril, die Atmosphäre irgendwie kalt.
Am nächsten Tag haben wir den heiligen Berg bestiegen, über viele Stufen bis zum Gipfel. Im Berg gibt es verschiedene kleine Höhlen in die man den Kopf, die Hände oder andere schmerzende Körperteile stecken soll. Es wird Heilung versprochen. Auch eine kleine steinerne Rutschbahn existiert über die Frauen rutschen in der Hoffnung bald möglichst schwanger zu werden. Die Aussicht auf die Stadt hat uns für den Aufstieg entschädigt.
Kirgistan ist ein sehr bergiges Land. Es wird auch die Schweiz Asiens genannt. Wohin man sieht, überall schneebedeckte Gipfel.
Bei unserer Fahrt zum Toktugul See sind wir mehreren Schafherden begegnet. Es ist wohl die Zeit der Umsiedlung auf neue Weideplätze.
Merkwürdige Gesteinsformationen prägen die Landschaft.
Der Narin Fluss wird mit mehreren Mauern gestaut bis zum Toktogul, dem grössten der Stauseen.
Am Ufer des Toktogul haben wir unser Zelt für die Nacht aufgestellt. Die Leidensgenossen vom Truck der Firma Dragonman, denen wir schon am Zoll in Usbekistan begegnet sind, sind kurze Zeit später ebenfalls aufgetaucht.
Abendstimmung am See.
Wir fahren auf dem Tien Schan Highway (Highway = Höhenweg, nicht Autobahn) Richtung Ala Bel Pass auf 3184 MüM.
Auf einer Schafweide beim Karakol Fluss haben wir unsere nächste Nacht verbracht. Die Ehefrau des Schafhirten hat uns an unserem Lagerplatz besucht und wie ein Wasserfall auf uns eingeredet. Wir haben kein Wort verstanden. Später kam der Hirte hoch zu Ross mit einem Bund frischer Zwiebeln für uns vorbei. Er sprach, im Gegensatz zu seiner Frau, kein Wort. Die Schafe haben wir, obwohl sie in einer Mulde ein ganzes Stück unter uns lagerten, die ganze Nacht gerochen. Franz behauptet er sei vom Gestank erwacht. Zum Glück waren sie wenigstens ruhig.
Der Ysyk Kul See ist unser nächstes Ziel. Über eine einigermassen gut befahrbare Naturstrasse, durch wilde Täler mit schroffen Abhängen geht es immer dem Fluss entlang. Der Karakul Fluss fliesst nicht in den Ysyk Kul. Um zum See zu gelangen mussten wir einen weiteren Pass überqueren. Die Kyzart Passhöhe liegt auf 2664 Metern.
Von da an ging es immer leicht abwärts. Je näher wir dem See, der auf 1650 MüM liegt, kamen umso mehr verdichteten sich die Wolken. Der Wind frischte merklich auf. Wir fanden einen schönen Lagerplatz am See. Beim Nachtessen mussten wir unsere Windjacken auspacken. Es wurde empfindlich kühl. Wir sind zäh, auch bei kühlem Wetter werden Berichte geschrieben.
Bald haben wir uns in unser Zelt verzogen und hofften auf besseres Wetter am Morgen.
Bei schönstem Wetter sind wir erwacht und konnten unser Zmorge im Freien geniessen. Nun sahen wir auch die ganze Pracht der umliegenden schneebedeckten Berge.
Franz hat wieder Zeit gefunden um Blumen zu fotografieren.
Schon früh am nächsten Morgen hörten wir das charakteristische Trommeln von Regen auf dem Zelt. Enttäuscht, dass uns der Wettergott so sehr im Stich liess, fingen wir an unsere Habseligkeiten zusammen zu packen. Doch hätten wir mehr Vertrauen in den Gott des Windes setzen sollen. Der blies nun kräftig und schon bald waren die Wolken weit über den See hinaus geblasen. Unser Zelt war schnell trocken und bereit eingepackt zu werden.
Auf dem Weg nach Bishkek, der Hauptstadt von Kirgistan, lockerte sich die Wolkendecke mehr und mehr auf.
Die Reiseleiterin der Dragonman Gruppe hat uns das Hotel Asia Mountains empfohlen. Eine gemütliche Bleibe mit einem sehr gepflegten Garten.
Die Rezeptionistin im Asia Mountains hat uns den hauseigenen Fahrer für ein paar Stunden überlassen. Er führte uns durch die Stadt und zeigte uns die wichtigsten Gebäude, Monumente und einen riesigen Park. Auch der Bazar musste selbstverständlich besucht werden.
Im Park sind viele Steinskulpturen von verschiedensten Künstlern aufgestellt.
Am Morgen des 3. Juni sind wir die kurze Strecke zur Grenze mit Kasachstan gefahren. Von verschiedenen Seiten hatten wir gehört, dass der Grenzübertritt hier besonders langwierig sein soll, bis zu sieben Stunden soll es manchmal gedauert haben. Wir waren also schon etwas angespannt.
Die Ausreise war kein Problem, bloss hatte die Zöllnerin Mühe den Einreisestempel nach Kirgistan in Gaby`s Pass zu finden. Doch zwei Augenpaare sehen mehr, der Stempel wurde auf der Seite mit dem Visum für Tadschikistan gefunden. Schon sind wir auf dem Weg zum kasachischen Grenzposten.
Leider mussten wir unsere Pläne ändern. Wir haben von verschiedenen Seiten glaubhaft versichert bekommen, dass die Grenze zu Tadschikistan geschlossen ist. Auch nach einer Überprüfung dieser Informationen im Internet kamen wir zum selben Schluss.
Der wahrscheinlichste Grund sind Unruhen im Grenzgebiet zu Afghanistan die erneut ausgebrochen sind. Andere Quellen sprechen von zu viel Schnee auf dem Pamir Highway. Was immer zutrifft, wir wollen keine Risiken eingehen. Falls der Pamir Highway auch nur wegen Schneefällen geschlossen ist, müssten wir doch ein Umweg von etwa 1500 km in Kauf nehmen.
Wir werden also von Usbekistan direkt nach Kirgistan weiter reisen und von dort wie geplant nach Kasachstan, Russland, Mongolei. Wir haben uns entschieden nicht nach Wladiwostok zu fahren, sondern stattdessen über Russland und die baltischen Staaten zurück in die Schweiz.
Wir sind jetzt in Kirgistan eingereist. Hier sieht man die hohen Berge des Pamir. Die zu überwindenden Passstrassen liegen zwischen 3200 und 4700 m über Meer. Sie sind alle noch schneebedeckt bis weit hinunter.
Wir sind froh den Entscheid zur Routenänderung getroffen zu haben.
Vor allem die Zollabfertigung bei der Einfahrt war ziemlich zeitintensiv. Unsere Pässe waren wie schon bei anderen Grenzübertritten sehr zügig abgefertigt. Dann aber kam die Kontrolle des Autos. Die Beamten haben alles, aber auch wirklich alles kontrolliert. Jedes unserer Gewürzdöschen wurde geöffnet, es könnte ja sein, dass wir da irgendwelche verbotenen Kräuter mit betäubendem oder berauschendem Inhalt versteckten. Erst einen Tag später haben wir bemerkt, dass die Currydose nicht mehr richtig verschlossen wurde und der ganze Inhalt in der Schublade verstreut war. Im Auto haben wir Proviant wie Guetzli und Nüsse. Beide Dosen wurden geöffnet und grosszügig probiert.
Nach etwa zwei Stunden hatten wir auch das überstanden. Wir waren schon glücklich, dass die Strasse nach Nukus zwar nicht gut, aber doch einigermassen zu befahren war. In Nukus war dann das anvisierte Hotel geschlossen. Wir mussten wohl oder übel mit dem einzigen noch verbleibenden Vorlieb nehmen. Eine richtige „Absteige“. Da wir aber die Übernachtung in Usbekistan registrieren lassen müssen, hatten wir keine Wahl.
Ungeduscht (Es war nur heisses Wasser verfügbar, so heiss dass wir uns wohl verbrüht hätten, sogar die Toilette wurde mit heissem Wasser gespült.) sind wir am Morgen nach Khiva gefahren. Khiva war an der Seidenstrasse einer der grössten Warenumschlagsplätze.
Auf dem grossen Parkplatz vor der Altstadt hat uns Ali angesprochen. Er habe ein kleines Hotel, gleich hier gegenüber, ob wir das anschauen wollten. Wir haben zugesagt und waren vom Alibek gleich begeistert. Einfach, aber alles vorhanden, vor allem eine schöne Dusche und genügend angenehm warmes Wasser.
Auf der schönen Terrasse haben wir jeweils unser Frühstück eingenommen. Franz hat den Blog mit unseren Beiträgen von Iran aktualisiert.
Zwei Tage sind wir immer wieder durch die Altstadt von Khiva gebummelt.
Ein Kaffeehaus haben wir gefunden wo wir guten Espresso bekamen. Ein schöner Platz um Leute zu beobachten.
Franz hat eine der zum Verkauf stehenden Lammfellmützen probiert.
Wir haben im Alibek drei Velofahrer getroffen, die wie wir von Iran her kamen. Sie planen den Pamir Highway mit dem Velo zu befahren. Erst haben sie aber noch ungefähr 300 km durch die Wüste vor sich. Wir hatten gehofft, dass wir sie auf unserer Fahrt Richtung Bukhara wieder treffen würden und haben ihnen auch versprochen dann kühles Wasser für sie bereit zu halten. Leider sind wir ihnen nicht mehr begegnet.
Der lange Weg durch die Wüste.
Am Horizont ist ein grosser See sichtbar. Zwischen den Wüstenabschnitten gibt es immer wieder wasserreiche Gegenden.
Wir hatten auch in Bukhara wieder eine glückliche Hand mit der Wahl des Hotels. Das Komil, gleich beim Eingangstor zum alten Stadtteil von Bukhara. Das Komil ist ganz im usbekischen Stil gehalten. Der Speisesaal aus dem 19. Jahrhundert ist noch im Original erhalten.
Bukhara ist in vielen Aspekten Khiva sehr ähnlich. Viele schöne Bauten in der gut gepflegten Altstadt.
Berühmt seit alters her, blühen die Teppichknüpfkunst und auch der Teppichhandel hier immer noch.
Ein sehr gutes Restaurant versteckt sich in einer dieser Gassen. Wir haben da gut gegessen und diesen schönen Sonnenuntergang genossen.
Im Restaurant Adras werden Pommes so serviert.
Nach zwei Tagen haben wir Bukhara verlassen und die nächste berühmte Sehenswürdigkeit von Usbekistan angesteuert, Samarkand. Ebenfalls ein wichtiger Handelsplatz zu den Zeiten der Karawanen von Asien nach Europa.
Der Registan ist das historische und religiöse Zentrum der Stadt.
Mitten auf dem Hauptplatz des Registan wird eine grosse Bühne aufgebaut. Im August soll hier ein internationales Musikfestival stattfinden. Besser früh anfangen, dann wird es wahrscheinlich bis im August fertig.
Beim Spaziergang durch die Stadt kamen wir auch am grossen Markt vorbei.
Verschiedenste Käsekugeln
Dieser mutige Mann zupft die Gräser zwischen den Kacheln auf Kuppel – jäten in luftiger Höhe!
Das Hotel Furkat beherbergte uns in Samarkand. Zur Begrüssung wurde grüner Tee serviert. Besonders gefallen hat uns die Dachterrasse mit dem Ausblick über die Stadt. Abends wurde eine Lightshow über den ganzen Registan gestrahlt.
Taschkent ist eine recht moderne Stadt. Nachdem sie in den 60er Jahren durch ein Erdbeben weitgehend zerstört wurde, ist sie, damals noch zu Zeiten der Sowjetunion, wieder aufgebaut worden. Überall sieht man den russischen Stil. Die Monumente sind wirklich monumental, die Opern, Theater und Verwaltungsgebäude sind riesig und pompös.
Wir haben im Hotel Usbekistan, ein riesiger Kasten, übernachtet.
2001 2015
Um nicht in der etwa von vier Millionen Menschen bewohnten Stadt herum fahren zu müssen haben wir, wie richtige Touristen, in einem Bus eine Stadtrundfahrt unternommen.
Viele Denkmäler und Erinnerungsstätten wurden uns gezeigt. Das hier bestens bekannte Mahnmal an die von Stalin „gesäuberten“ Usbeken war ein wichtiger Bestandteil der Tour.
Die 2014 eröffnete weisse Moschee, der Fernsehturm und einige der zahlreichen Bewässerungskanäle der Stadt haben wir ebenfalls bewundert.
Zwischen modernen Einkaufszentren liegen die aus der DDR bekannten Plattenbauten. Die meisten sind renovationsbedürftig. Auch einige ältere, vom Erdbeben verschonte Gebäude werden renoviert.
Bilder von der Fahrt zu unserem nächsten Stopp in Andijon kurz vor der Grenze nach Kirgistan.
Der Bazar ist auch hier der beliebteste Treffpunkt, Schleckwaren sind hier in Hülle und Fülle erhältlich.
Die Ausreise aus Usbekistan gestaltete sich mindestens so mühsam wie die Einreise. Bei der Einfahrt nach Usbekistan haben wir uns nach einer Versicherung für unser Auto erkundigt und bekamen zur Antwort, dass das nicht nötig sei.
Nun, bei der Ausreise wurde dieses Papier verlangt, das wir nicht hatten! Gaby`s Pass war bereits ausgestempelt, nur der Fahrer hatte noch nicht alles erledigt. Er musste zurück Richtung Adijon fahren wo er eine Versicherung kaufen könne. Die Polizei werde ihm da sicher weiter helfen. Nur leider sprach keiner der Polizisten eine Fremdsprache und er wusste überhaupt nicht was Franz wollte. Zurück beim Zollposten hat ihm dann ein hilfsbereiter, englischsprechender Reiseleiter weiter geholfen. Er fuhr mit Franz zu einem Privathaus wo, wie er gehört habe, solche Versicherungen ausgestellt werden. Tatsächlich, eine junge Frau mit drei Kindern hat dann die Formulare ausgefüllt und gestempelt. Franz und der Reiseleiter haben in der Zwischenzeit mit den Kindern gespielt, damit die Dame Ruhe hatte um die Versicherung zu erstellen.
Das ganze Dauerte etwa zwei Stunden und hat, für all diese Mühe, bloss 7.50 Franken gekostet. Gaby hat diese Zeit im Zollgebäude verbracht.
Zum Glück waren dann die Zöllner bei der Kontrolle unseres Autos sehr grosszügig und liessen uns innert kurzer Zeit ziehen.
Ohne Schwierigkeiten sind wir schon nach ca. einer Stunde in den Iran eingefahren. Erst geht es zwischen steilen Felsen immer wieder bergauf und ab. Wir bewegen uns dauernd zwischen etwa 1800 und 2500 Metern über Meer. Der Wind ist recht stark und kühl.
Gegen Abend sind wir in Tabriz eingetroffen und haben den El Goli Park auch auf Anhieb gefunden. Wir schickten uns an unser Zelt aufzustellen.
Eine Frau hielt mit ihrem Kleinwagen neben uns. Unser erster Kontakt mit der iranischen Bevölkerung. Die Dame sprach gut Englisch und wollte alles über unser woher und wohin wissen. Sie hat uns auch zu sich nach Hause eingeladen. Wir haben höflich dankend abgelehnt.
Kaum hatten wir wieder den Zeltaufbau aufgenommen, kam schon der nächste freundliche Iraner. Der sprach sogar etwas Deutsch. Seine Cousine wohne in Leipzig. Leider war er selber noch nie dort. Er unterhält mit seinem Vater am Rande des Parks einen der vielen Stände für gerösteten Mais. Natürlich mussten wir den Mais probieren und selbstverständlich auch mit ihm und seinem Vater Tee trinken.
Früh am Morgen, wir hatten gerade Kaffee gekocht, kam ein älterer Herr zu unserem Zelt uns stellte sich als Führer vor. Er wolle uns gerne mit seinem Auto in die Stadt fahren und uns verschiedene Sehenswürdigkeiten zeigen. Er machte einen Vertrauenserweckenden Eindruck, so liessen wir uns auf dieses Geschäft ein.
Noch zu erwähnen ist, dass wir unter dem Scheibenwischer am Morgen einen Brief fanden. Darin erbot sich jemand, der diesen Brief scheinbar nachts um zwei Uhr geschrieben hat, uns ebenfalls die Stadt zu zeigen.
Wir packten also unser Zelt und liessen das Auto auf dem bewachten Parkplatz zurück. Unser Führer, Rezar, fuhr uns zuerst zum Bazar. Er gab an, dass der Bazar von Tabriz der grösste und älteste in ganz Iran sei. Zugegeben, wirklich eindrücklich und ein wahres Labyrinth.
Es gibt viele Gänge, Seitengänge und Seitengänge von Seitengängen und mitten drin immer wieder eine Karawanserei.
Hier im Bazar wird alles verkauft was man sich vorstellen kann. Von Lebensmitteln, Tüchern, Teppichen, Geschirr, Elektrobedarf über Werkzeug bis zu Schrauben, Nägeln und Bodenplatten. Einfach alles ist zu haben. Mir hat das bunte Treiben sehr gefallen. Ich glaube jedoch, ich hätte den Ausgang ohne Rezars Hilfe nicht gefunden.
Weiter zeigte Rezar uns dann verschiedene Altertümer seiner Stadt.
Am Nachmittag nahmen wir dann die Strasse nach Takab unter die Räder. Im einzigen, einfachen Hotel am Platz fanden wir Unterkunft.
Wir besuchen hier den Takh e Suleiman, der Thron des Suleiman, der auf 2300 Metern liegt. Der Wind hat uns fast von den Schuhen geblasen. Dementsprechend viel unser Aufenthalt in der Anlage ziemlich kurz aus.
Wir haben in Takab eine Familie aus Teheran getroffen, die ebenfalls hier auf Vergnügungsreise war. Die Eltern und der Sohn sprechen alle drei ausgezeichnet Englisch. Wir haben von ihnen viele Tipps zu Sehenswürdigkeiten in Iran bekommen.
Weiter geht es nun südwärts. Auf der Strecke nach Sanandaj wollen wir noch die Karaftu Höhlen besuchen. Auch hier hat uns der Wind fast die steile Treppe zu den Höhlen hinauf geblasen. Wir waren froh ins Innere der verschiedenen Kammern zu gelangen.
Auf dem weiteren Weg hörten wir in einem kleinen Dorf plötzlich laute Musik. Die Strasse war verstopft. Kurz entschlossen haben wir angehalten und sind der Musik gefolgt. Wir sind mitten in einemkurdischen Dorffest gelandet. Resultat siehe Film und Bilder unten.
Ein Übernachtungsstopp in Sanandaj und weiter nach Kermanshah.
Wir wollten das im Reiseführer erwähnte Touristenbüro aufsuchen. Die Strasse fanden wir ohne Mühe. Mit der Karte in der Hand suchten wir das Büro. Bald haben uns drei Burschen im Teenageralter angesprochen. Mit etwas Englisch und „Händen und Füssen“ erklärten wir was wir suchen. Sie sind sicher eine halbe Stunde mit uns in der Gegend herumgeirrt. Plötzlich sagte einer etwas von „English Office“ und führte uns dahin. Tatsächlich stellte er uns einen sehr gut englisch sprechenden Mann vor. Hilfsbereit, wie alle Iraner sind, hat er uns die Stadt erklärt und uns den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit, den Reliefs von Bisotun, beschrieben. Wir könnten dort auch campieren, hat er uns empfohlen. Leider habe er keine Karte von Kermanshah und Umgebung. Wir versicherten, dass wir den Weg nach seiner Beschreibung sicher finden würden.
Auf dem Rückweg zu unserem Auto kamen wir an einem kleinen Teestand vorbei. Natürlich mussten wir zur Erfrischung etwas chai haben. Wir konnten mit dem guten Mann am Stand kein Wort sprechen. Er hat uns jedoch unaufgefordert eine Karte von Kermanshah in die Hand gedrückt.
Also, nichts wie los nach Bisotun. Wir haben die Reliefs besichtigt und die in der Nähe liegende Karawanserei. Diese wird zurzeit in ein Hotel umgebaut. Wäre in ein paar Jahren sicher eine interessante Unterkunft.
Zurück auf dem Parkplatz haben wir dem Wächter unser Anliegen betreffend campieren geschildert.
Er holte sofort einen Polizisten, der uns einen Platz zuwies, gleich neben dem Zelt des Betreibers des Kinderkarusells. Der Polizist, gemeinsam mit dem Parkplatzwächter, erklärte, sie würden uns die ganze Nacht bewachen.
Am Morgen kam dann tatsächlich der Polizeichef in voller Galauniform und hat sich erkundigt, ob wir gut geschlafen hätten.
Auch die Reliefs von Thakh e Bostan ausserhalb Kermanshah haben wir noch besichtigt.
Wir fahren die kurze Strecke bis Hamadan und machen einen Stadtbummel mit Bazarbesuch, gehen durch den schönen Stadtpark und besichtigen das Denkmal des Baba Taher und die Moschee mit der goldenen Kuppel.
Bei einem Spaziergang durch den Park haben wir diese Herren bei ihrer Versammlung beobachtet und gesehen wie Kinder den Zvieri genossen.
Unser nächstes Ziel ist Isfahan. Wir machten auf der Strecke einen kurzen Halt um etwas zu trinken und uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Ein Lastwagen hielt neben uns an. Der Chauffeur steigt mit einem freundlichen Lachen im Gesicht aus. Mit frischem Brot und Tee werden wir am Strassenrand bewirtet. Nach einigem Palavern und den obligaten Fotos wünschte er uns gute Reise, stieg ein und fuhr weiter.
In Isfahan haben wir wieder ein Zimmer im Tourist Inn gefunden. Man kann ruhig sagen „gefunden“. Nach dreimaligem Durchqueren des Universitätsgeländes hat sich endlich ein Wachmann unserer erbarmt und uns zum Hotel geführt.
Mit dem Taxi sind wir zum Stadtzentrum gefahren. Den hektischen Verkehr und die Parkplatzsuche mit unserem doch recht grossen Fahrzeug wollten wir uns ersparen.
Das touristische Zentrum der Stadt ist der Meydan-e-Imam. Wir hatten schon viel über diesen Platz gelesen. Die Ausmasse (524 x 160 Meter) und die Pracht haben uns dann aber doch überrascht.
Die Arkaden im ersten Stock rund um den Platz dienen der reinen Zierde, sind nur Fassade. Rund um die ganze Anlage reiht sich Laden an Laden. Natürlich gehört auch ein Bazar dazu. Leider ist alles sehr touristisch ausgerichtet. Die Geschäfte bieten mehr oder weniger alle dasselbe an: Teppiche, gewobene Taschen, Goldschmuck und viele Silberwaren.
Am nächsten Tag liessen wir uns wieder zum Meydan-e-Imam chauffieren, da alle grossen Sehenswürdigkeiten der Stadt rund um diesen Platz liegen.
Als erstes haben wir den sechsstöckigen Palast Ali Qapu besucht. Auf der grossen Terrasse des Palastes haben sich die Honoratioren eingefunden um die Polospiele auf dem Platz zu verfolgen. Der Platz war ja ursprünglich ein Polofeld.
Ein Musikzimmer der ganz besonderen Art sahen wir im Palast. Um die Akustik zu optimieren wurde der ganze Raum mit verschiedenen Hohlkörpern aus Ton ausgekleidet. Diese Tonkörper gaben dem Raum nahezu ideale akustische Eigenschaften.
Im Palast wird laufend restauriert. Einige Bilder wurden von italienischen Restauratoren bearbeitet. Heute sind vorwiegend einheimische Spezialisten am Werk.
Weiter wird der Platz von zwei grossen Moscheen geprägt.
Gegenüber des Palastes liegt die Lotfollah Moschee, auch Familienmoschee genannt.
Die grosse Moschee liegt am südlichen Ende des Platzes. Wir hatten Glück, die Moschee war nur noch an diesem Vormittag geöffnet und wurde dann für Renovationsarbeiten für einige Zeit geschlossen.
Die Moschee besteht aus vier überkuppelten Hallen. Beim Bau der Moschee wurden 472‘250 Ornamentfliesen verarbeitet.
Wir brauchten nun dringend eine Erfrischung. Durch einen der vielen Ausgängen aus dem Platz haben wir uns auf die Suche gemacht. Lavazza! War an einer Mauer angeschrieben. Nichts wie los! Ein schöner Expresso wäre jetzt genau richtig. Der Kaffee schmeckte wie in Italien und die Atmosphäre war wunderbar.
Gestärkt spazierten wir zum Chehel-Sotun Palast, der Gartenpalast der vierzig Säulen. Im Thronsaal sind auf allen vier Seiten Jagd- und Kriegsszenen abgebildet.
Auch hier wurden von Gelehrten im Palast, wie in unseren Klöstern, Bücher von Hand geschrieben. Dieses Exemplar wurde auf Leder ausgeführt.
Über den grossen Fluss Zayan deh Rud, der die Stadt Isfahan in zwei Teile teilt, gibt es spezielle Brücken oder Stauwehre. Eine haben wir besonders interessant gefunden, die Sio-se Hol. Es ist eine Fussgängerbrücke. In den Arkaden picknicken Familien und viele verbringen hier ihre Mittagspause. Wir hoffen, es wird nicht geschupst und gedrängelt. Es gibt nämlich keine Geländer!
Auch in Isfahan gibt es einige gepflegte Parks, die von der Bevölkerung rege benutzt werden.
Wir haben uns entschlossen nicht in die Stadt Shiraz hinein zu fahren. Stattdessen haben wir einen Campingplatz in Persepolis gefunden, ca. 50km ausserhalb.
Auf dem Weg dahin besuchten wir auf Anraten unserer Reisebekanntschaften aus Teheran Pasargadae. Wir fanden das nicht so toll. Trotzdem hier ein Foto.
Die Festung in Shiraz hat uns sehr beeindruckt. Sie ist sehr gross und umgeben von einem gepflegten Garten. Wir haben schon oft gesehen, dass die Irani sehr viel Wert auf gepflegte Gärten und Parkanlagen legen.
Wir sind in der Stadt herumspaziert und haben diese Fassade gefunden und selbstverständlich wieder eine Moschee mit einer schönen Kuppel.
Im Azkadipark hat diese Familie beim Picknick uns ganz herzlich zum Mitessen aufgefordert. In einigermassen verständlichem Englisch konnten wir uns mit ihnen unterhalten, haben jedoch das Mittagessen abgelehnt.
Die Ausgrabungsstätte Persepolis haben wir gleich früh am Morgen besucht. Trotzdem waren schon viele, vor allem einheimische Touristen unterwegs.
Die ersten Teile der Anlage wurden 515 vor Christus gebaut. Alexander der Grosse und seine königlichen Vorgänger haben diese Stätte vor allem für Siegesfeiern und grosse Feste benutzt.
Wir hatten unser Nachtessen gekocht und auch gegessen, als diese Familie neben unserem Standplatz ihr Picknick auspackte. Selbstverständlich wurden wir auch hier wieder zum Mitessen eingeladen und konnten für einmal schlecht absagen. Wir wurden mit eine Art Risibisi und Spaghetti bewirtet. Auch der Tee dazu durfte nicht fehlen. Grossvater hat für uns gesungen. Er hatte selber so viel Freude daran, dass er kaum ein Ende finden konnte. Schliesslich hat sein Sohn, soweit wir das verstehen konnten, gesagt es sei nun genug.
Einen speziellen Übernachtungsort haben wir in Yadz gefunden. Das Hotel Orient mitten in der Altstadt. Der traditionelle Bau wurde zwar etwas den heutigen Erfordernissen angepasst. Trotzdem kann man sich immer noch gut vorstellen wie die Reichen und Mächtigen hier mit ihren Bediensteten gelebt haben.
Die verwinkelten Gassen der Altstadt von Yadz werden zwar mit Motorrädern befahren, für Autos sind sie jedoch zu eng. Auch unser Auto mussten wir auf einem öffentlichen Parkplatz stehen lassen. Eine Zufahrt zum Hotel ist hier nicht möglich.
Eine schöne Besonderheit der Gegend sind die Türklopfer. Auf jeder Eingangstüre sind davon zwei zu finden, ein länglicher und ein runder. Männliche Besucher benutzen den länglichen Klopfer, weibliche den runden. So hört man schon am Klang des Klopfers ob eine Frau oder ein Mann vor der Türe steht.
In Kashan wollten wir eigentlich noch die historischen Häuser besichtigen, die waren leider geschlossen. Bei einem Bummel durch die Stadt haben wir in einem Keller einem Weber zugesehen.
Das Gefängnis des Alexander, tief im Untergrund, das heute ein kleines Teehaus ist, hat uns etwas Abkühlung beschert, denn schon in Shiraz und auch hier in Yadz ist das Thermometer tagsüber auf über 40°C geklettert.
Unser Hotelzimmer in Kashan: Aufenthaltsraum, Zugang zum Schlafzimmer ist nur tief gebückt möglich, Schlafzimmer.
Eine weitere Besonderheit dieser Gegend sind die Windtürme. Sie sind ein altes, aber wirksames Kühlungssystem, auch Badgir genannt (siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/B%C4%81dgir). Die Türme sind tief im Untergrund verankert. Durch die aufsteigende warme Luft wird kalte Luft aus der Tiefe angezogen. Oft wird die Luft tief unten über einen unterirdischen Wasserlauf geführt. Dadurch kann sich die warme Luft bis gegen 0°abkühlen.
Abends in einem grossen Verkehrskreisel von Kashan.
Hier wird das Fladenbrot gebacken.
Weiter geht es durch die Wüste zu unserem nächsten Übernachtungsstopp in Semnan.
Semnan war nur ein Übernachtungsstopp. Über ca. 2500 m hohe Berge sind wir am nächsten Tag ans kaspische Meer gefahren. Im GPS war ein Campingplatz in Babolsar am Meer aufgeführt. Den haben wir angefahren, aber leider war campieren nicht möglich. Das Hotel Narenjestan in Mahmudabad war mehr als eine gute Alternative, 5 Sterne und direkt am Meer. Wir liessen uns zur Abwechslung einmal verwöhnen.
Nun geht es immer weiter östlich in Richtung Mashad und der turkmenischen Grenze.
Reisfelder auf denen der zu allen Mahlzeiten servierte Reis wächst sahen wir viele entlang der Strasse. Die Händler bieten ihre Ware, vor allem Kleider, im “Offenverkauf”” an.
In Olang und Gorgan haben wir campiert,
In Gorgan bekam unser Frosch frisches Öl. Viele Zuschauer und “Helfer” waren dabei involviert. Ein Foto war obligatorisch.
in Bojnurd im Hotel Negin übernachtet. Das Hotel Negin sieht von aussen sehr pompös aus. Wir haben uns gedanklich wieder auf eine Luxusherberge eingestellt. Aber oha, aussen fix und innen nix. Nix ist zwar etwas übertrieben, aber die Innenausstattung kann in keiner Weise mit dem gut erhaltenen Äusseren mithalten. Alles wirkt etwas verlebt und heruntergekommen.
Trotzdem haben wir gut geschlafen und sind erfrischt nach Mashad aufgebrochen.
Mashad ist wie Mekka (Suniten), ein religiöses Zentrum im Iran für die Schiiten. Wir wurden vorgewarnt, dass hier viele Pilger unterwegs sein werden.
Wieder haben wir uns einen Park als Station für zwei Tage ausgesucht. Der Qadir Park ist mehrere Hektaren gross. Statt unser Zelt aufzustellen haben wir einen der zahlreichen Räume gemietet. Zu unserer Überraschung sind die Räume vollkommen leer. Einzig ein Ventilator ist installiert.
Die Iraner legen hier, wie sonst auch überall, ihre mitgebrachten Teppiche aus. Sie essen, spielen und schlafen auf diesen Unterlagen. Wir haben unsere Betten aufgestellt und somit war unser Raum eingerichtet. Das Leben spielt sich sowieso immer im Freien ab.
Auch hier dauerte es nicht lange bis die erste Familie in unserer Nähe ihre Teppiche ausbreitete und sofort Kontakt zu uns suchte. Faruk mit seiner Frau Fatima und dem zehnjährigen Sohn Martin und seinem kleinen Bruder. Faruk spricht ganz passabel englisch, so dass sogar eine Unterhaltung möglich war.
Am nächsten Tag haben wir ein Taxi gemietet und sind ins Stadtzentrum von Mashad gefahren. Der berühmte heilige Bezirk war eine einzige Baustelle und für uns Christen nur unter sehr erschwerten Umständen zu besuchen. Wir haben darauf verzichtet und unternahmen stattdessen einen Bummel durch die Stadt und den Bazar.
Kaum waren wir zurück im Park ist auch Faruk mit Martin wieder aufgetaucht. Er hatte seinen Gaskocher dabei und hat sofort angefangen für uns Tee zu kochen. Fatima sei auf einer Party nur für Frauen, er werde sie später abholen.
In der Zwischenzeit machen wir einen Spaziergang durch den Park. Am künstlichen See wird abends ein farbenfrohes Wasserspiel gezeigt.
Fatima hat das Abendessen für die Familie gleich mitgebracht. Selbstverständlich wurden wir eingeladen mitzuessen. Wir hatten jedoch unsere Mahlzeit (Rösti aus der Schweiz) schon genossen. Fatima hat uns darauf eine unserer Pfannen mit einem Gemüseeintopf gefüllt. „Den könnt ihr morgen nur aufwärmen“ hat sie insistiert und uns auch noch selbstgebackenes frisches Brot dazu mitgegeben.
Früh am Morgen machen wir uns am 14.Mai auf den Weg zur Grenze nach Turkmenistan. Durch eine liebliche Hügellandschaft, wieder durch Schluchten und Berge sind wir nach ca. 3 Stunden am Grenzposten angekommen.
Die iranischen Zöllner nahmen ihre Aufgabe sehr genau. Die Ausreise gestaltete sich wesentlich mühsamer als die Einreise. Nach zweieinhalb Stunden war dann auch diese Prozedur überstanden und wir sind mit diversen Stempeln ausgerüstet zum Ausgangstor gefahren. Hier wurden alle Papiere nochmals überprüft und dann, endlich, wird das Tor geöffnet.
Die turkmenischen Zöllner waren zwar sehr freundlich aber auch sehr umständlich. Die Pässe und das Visum waren schnell kontrolliert. Dann musste der Fahrer, Franz, antraben. In Turkmenistan muss man genau angeben welche Route man fahren will. Nach längeren Wartezeiten erhielt Franz ein Dokument mit der versicherten Route, nur leider war diese falsch, d.h. sie zeigte nicht den Weg den wir nehmen wollten. Also musste das Ganze rückgängig gemacht und wieder neu eingezeichnet, versichert und mit viel Palaver übergeben werden. Dann kam noch die Kontrolle vom Frosch. Auch dies beanspruchte ungefähr eine Stunde. Insgesamt nahm das Einfuhrprozedere gute drei Stunden in Anspruch.
Wir planten heute bis Ashgabad zu fahren. Ob wir das schaffen würden war noch nicht klar. Wir hatten etwa 320 km vor uns. Unsere Bedenken wuchsen, als wir das Zollareal verliessen und auf eine völlig durchlöcherte Teerstrasse einbogen. Franz konnte mit etwa 30-40km fahren. Das ging so über eine Strecke von 100km. Es war nun schon halb sieben abends und wir fahren nicht gerne in der Dunkelheit.
Bei der nächsten Abzweigung hat sich dann das Bild total verändert. Eine gute vierspurige Strasse führt uns bis ans Ziel das wir kurz nach acht Uhr erreichten.
Im Hotel Grand Turkmen (5 Sterne, aber nach unserem Standard höchstens 3) verbrachten wir die Nacht.
Wir haben uns entschlossen gleich am nächsten Tag weiter zu fahren. Ashgabad hat nicht wirklich viel Sehenswertes zu bieten. Die Stadt wirkt wie eine russische Satellitenstadt mit pompösen Denkmälern und Regierungsgebäuden mit viel Marmor. Das Fotografieren war weder im russischen Markt noch in der Stadt erlaubt. Franz hat trotzdem einige Bilder gemacht.
Nun liegen 500km Wüstenstrasse vor uns. Auf halbem Weg liegt der Darvaza Gas Crater. Den wollen wir unbedingt sehen. Auch diese Wüstenstrasse war nicht gut. Nach einer anstrengenden, rumpligen Fahrt erreichten wir den Krater am späten Nachmittag.
Wir haben in respektablem Abstand vom Krater unser Zelt aufgestellt. Hier gibt es zwar ein eindrückliches Naturspektakel aber absolut keine Infrastruktur. Für zwei kleine Reisegruppen waren bereits Zelte aufgestellt. Wir haben zwei junge Männer aus Deutschland getroffen, die beide in Dubai arbeiten und für diese Sehenswürdigkeit eingeflogen sind und mit einem Führer hier anreisten.
Wir sind zum Krater spaziert und wollen diesen dann auch noch in der Dämmerung besuchen.
Inzwischen ist es Zeit für unser Nachtessen. Fatimas Eintopf hat sehr gut geschmeckt.
Plötzlich schien es als ob die Dämmerung hereinbrechen würde. Nein, nicht die Dämmerung, sondern ein fürchterlicher Sandsturm. Wir haben uns sofort ins Auto verzogen. Nach etwa einer Stunde war der Spuk vorbei und die Luft wieder klar und unser Zelt total versandet.
Der Krater ist besonders in der Dunkelheit sehr beeindruckend.
Am nächsten Morgen nahmen wir die Strecke zur Grenze nach Usbekistan in Angriff. Wir dachten, die Strassen könnten nicht mehr viel schlechter werden. Da haben wir uns aber gründlich getäuscht. Bei einer Kreuzung mitten im Nichts fragten wir einen Polizisten nach dem Weg zur Grenze. Er weist uns den Weg zu einem Grenzposten. Gutgläubig haben wir seine Angaben befolgt. Die Strasse war eine kleine Katastrophe ohne Teerflecken wäre sie besser gewesen. Als wir endlich am (falschen) Grenzposten anlangten war unser Frosch von oben bis unten mit Schlamm bepflastert.
Die gleiche Prozedur wie bei der Einfahrt nach Turkmenistan begann hier wieder. Dazu kam noch, dass wir nicht den vorher angegebenen Grenzposten zur Ausfahrt benutzten. Also musste die Route angepasst und neu versichert werden. Für 15 US Dollar bekamen wir den neuen Routenplan mit einer offiziellen Quittung ausgehändigt.
Wir hatten genug von Turkmenistan und seinen schlechten Strassen. Unser fünf Tage Transitvisum haben wir nicht ausgenützt und sind in 3 Tagen durchgereist.
Über Bulgarien haben wir nicht viel zu berichten. Wir kamen uns ein bisschen vor wie unsere nördlichen Nachbarn, die auf ihrer Urlaubsreise in den Süden durch die Schweiz fahren. Ihr einziger Stopp ist der Stau am Gotthard. Wir hatten nirgends Stau. Ein paar kleine Pausen haben wir auf unserer Durchfahrt eingelegt und das war’s auch schon. Bei der Ausfahrt aus Bulgarien sind wir an einer unendlich langen Lastwagenkolonne vorbei gefahren, die alle auf die Verzollung warteten. Die Chauffeure haben es sich am Strassenrand gemütlich gemacht, gekocht, grilliert und geplaudert. Unsere Ausreise war problemlos. Dann kam die Einreise in die Türkei, doch davon später.
Wir fahren auf die türkische Grenze zu. Die Passkontrolle ist problemlos. Die freundliche Dame weist uns an zur Inspektionshalle Nr. 2 zu fahren. Das machen wir sofort. In der Halle herrscht ein ziemliches Chaos. Vier Autos stehen da, mit jeder Menge Gepäck rundherum verstreut. Erst einmal müssen wir also warten. Nach ca. einer halben Stunde winkt uns ein Zöllner. „Unpack all luggage“ waren wohl die einzigen englischen Worte die er beherrschte. Wir nahmen also zuerst unsere Tasche vom hinteren Sitz. Das war jedoch nicht genug. Wir mussten das Auto hinten öffnen, den Zeltsack öffnen und das Zelt auspacken. Als dieses dann flach am Boden lag war er fürs erste zufrieden. Zum Glück hat Franz sofort realisiert, dass er die Seitenklappen besser nicht öffnet. Dann wäre nämlich auf dem oberen Teil noch unser ganzes Bettzeug zu sehen gewesen. Dann hat der eigentlich recht freundliche Beamte gesehen, dass wir diverse Kisten auf dem Dach haben. Er forderte Franz auf, diese herunter zu nehmen. Glücklicherweise war er nach der Inspektion von 3 Kisten zufrieden und hat uns die Erlaubnis erteilt alles wieder einzupacken.
Nach ca. 2 Stunden sind wir dann endlich losgefahren.
Unser erster Stopp war Edirne. Hier haben wir die grösste Moschee der Türkei besichtigt. Die viele Meter hohe Kuppel scheint frei über dem riesigen Raum zu schweben.
Auch durch den dazugehörigen Bazar sind wir geschlendert. In der Türkei scheint stricken in zu sein. Ganze Berge von Strickwolle stehen zum Verkauf bereit.
Nun ging es weiter Richtung Dardanellen. Franz hatte es scheinbar ziemlich eilig. Auf jeden Fall hat die Polizei herausgefunden, dass er 12km zu schnell unterwegs war. Das sollte ihn 180 TL kosten. Die Schwierigkeit ist aber, dass die Polizei vor Ort kein Geld annimmt. Auf jeder Bank oder Post könne der Betrag einbezahlt werden. Das haben wir bei drei Banken und zwei Poststellen versucht, erfolglos. Also beschlossen wir das Ganze vorläufig auf sich beruhen zu lassen und fuhren weiter Richtung Meer.
Wir haben glücklicherweise gar nicht auf eine Fähre warten müssen. Es schien als ob die Fähre auf uns gewartet hätte. Wir konnten sofort hinauf fahren und waren schon nach ca. einer Stunde auf der anderen Seite wieder an Land.
Am Abend haben wir im Troja Camping übernachtet und sind schon zeitig am Morgen zu den Ausgrabungsstätten spaziert.
Zuerst sieht man ein grosses Trojanisches Pferd. Wir konnten nicht sofort Fotos machen, da das ganze Pferd von Japanern in Beschlag genommen war. Troja lebt von der Legende von Homers Erzählungen. Zu sehen sind eigentlich nur einige Steinmauern. Wir wurden informiert, dass in mehreren Epochen hier gebaut wurde. Bei Ausgrabungen kamen immer wieder andere Zeichen von noch früheren Bewohnern dieser Stadt zum Vorschein. Der deutsche Herr Schielmann hat auf der Suche nach einem Goldschatz einen Graben quer durch die ganze Anlage gegraben. Schliesslich hat er das Gold gefunden und nach Deutschland transportieren lassen. Der Schatz ist erst 1993 im russischen Puschkin Museum wieder aufgetaucht. Müssig zu erwähnen, dass der deutsche Archäologe hier nicht sehr beliebt ist. Scheinbar hat er bei seiner Suche viele wertvolle Ausgrabungen zerstört. Da wir in der frühzeitlichen Geschichte nicht sehr bewandert sind genossen wir den Spaziergang und haben uns bald wieder auf die Reise gemacht.
Diesmal geht es Richtung Mittelmeer. In Selcuk haben wir einen schönen Platz direkt am Meer gefunden. Es war angenehm sonniges Wetter.
Wir haben die Ausgrabungen von Ephesos besucht. Am eindrücklichsten hier war das Theater. Wir haben uns bis zu den letzten Reihen hinauf gewagt um einen schönen Rundblick zu geniessen. Ein (nicht sehr guter) Sänger hat ein Lied vorgetragen. Die Akustik in dieser runden Arena ist fantastisch. Das Lied war auch ganz oben klar und deutlich zu hören. Weitere Ansichten der Anlage seht ihr hier.
Noch am selben Tag hat Franz nochmals versucht seine Busse zu bezahlen. Es stellte sich heraus, dass er dafür, als Ausländer, zum Steuerbüro muss. Er wurde dort registriert. Er hat nun also eine türkische Steuernummer und wurde – endlich – sein Geld los.
Wir haben noch einen Ruhetag am Strand genossen, ohne geschichtliche Informationen und Ausgrabungen, denn die nächste Altertumsstätte steht schon an.
Aphrodidias, nun wieder Inland, fanden wir die nächste Sehenswürdigkeit. Mir hat hier das Stadion am besten gefallen. Es misst 270×30 Meter, ist also fast zwei Fussballfelder gross. Auf 33 Sitzreihen verfolgten ca 30‘000 Zuschauer Wagenrennen und Kampfspiele im zu dieser Zeit grössten Stadion.
Für den Moment hatten wir genug von Geschichte. Wir sind weiter landeinwärts und bergauf gefahren bis nach Pamukkale. Hier war erst einmal Wäsche waschen angesagt. Zu meinem Glück verfügt der Campingplatz über eine frei zugängliche Waschmaschine.
Die Attraktion von Pamukkale sind die Kalksteinkaskaden. Wir mussten diese, wie alle Touristen, barfuss besteigen. Wirklich eine vorzügliche Fussmassage. Die Felsen sind gerippt und wir, das Barfussgehen nicht gewohnt, sind sehr vorsichtig zu den verschiedenen Pools hochgestiegen. Zum Baden war es aber definitiv zu kalt.
Ostwärts geht es nun weiter den Bergen zu. Mit einem Übernachtungsstopp in Aksaray fahren wir bis Kappadokien.
Diese ungewöhnlichen Bergspitzen faszinieren. In vielen von Ihnen sind vormals bewohnte Höhlen. Wir konnten eine noch eingerichtete Wohnung, die heute ein Teehaus ist, besichtigen. Der Wirt erzählte uns, dass er hier geboren wurde, heute aber im naheliegenden Göreme wohnt.
Auch in Göreme haben wir den Panorama Campingplatz gefunden. Dieser macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Die Aussicht über das Gebiet von Kappadokien ist fantastisch.
Auf der Weiterfahrt hat uns der Wettergott etwas im Stich gelassen. Wir beschlossen uns in Elazig einen Hotelaufenthalt zu gönnen. Auch schön, wieder einmal ein gepflegtes Badezimmer mit allem drum und dran ganz für uns alleine.
Durch grüne hügelige Landschaft immer weiter ostwärts bis zum Vansee. Hier haben wir vergeblich einen Campingplatz gesucht. Allerdings fanden wir auf einer grossen Picknickanlage mit Restaurant einen freundlichen Wirt der uns das Zelten gestattete und uns ein Nachtessen servierte. Allerdings musste Franz das Zelt auf allen Seiten mit Schnüren sichern. Wir hatten Bedenken, dass der starke Wind uns mit samt Zelt in den See blasen würde.
Nun überprüfen wir unsere Visa und Karten für die Einreise in den Iran. Alles sieht ganz ordentlich aus. Morgen wollen wir in Razi die Grenze überqueren.
Wir wissen nun, dass die Türkei nicht nur aus Hotelpalästen an Mittelmeerstränden besteht, sondern auch im Landesinnern viel zu bieten hat.