Lightning Lake, Manning Park bis Vancouver 27. Juli bis 1. August

Im Manning Park treffen wir Nevin, Elias, Fränzi und Rafael die zur Zeit in Kanada in den Ferien sind.

Wir fahren gemeinsam im Wohnmobil von Rafael und Fränzi die steile Blackwall Road hinauf. Oben führt ein Pfad durch schöne Blumenwiesen. Nur ein ungefähr 45-minütiger Spaziergang und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt.

Das Wetter ist klar, die Aussicht dementsprechend grossartig.

Die Kinder vergnügen sich im See (für uns ist das Wasser zu kalt) und springen mutig von der doch etwa drei Meter hohen Brücke.

Wir verbringen zwei gemütliche Tage miteinander. Rafael fährt mit seiner Familie weiter um sein Wohnmobil abzugeben. Wir werden uns morgen, Samstag, noch zu einem Abschiedsessen auf Granville Island treffen.

Leider war der Campingplatz in der Stadt Vancouver für das Wochenende besetzt. Wir mussten uns mit einem nicht sehr schönen Platz in Surrey, einem Vorort von Vancouver, begnügen.

Zum Glück konnten wir dann am Sonntag den Platz Capilano River in West-Vancouver beziehen.

Eine lange Brücke verbindet Capilano Road mit dem Stanley Park.

Wir marschieren über die Brücke und gemütlich durch den Stanley Park bis zur Stadtmitte.

Diese Bahnhofhallendecke erinnert uns an den Bahnhof in Novosibirsk in Russland.

Vom Bahnhof aus nehmen wir den Seabus zum nördlichen Teil der Stadt und weiter einen normalen Strassenbus bis zum Campingplatz.

Auch am nächsten Morgen besuchen wir nochmals die Stadt.

Wir entdecken den Kronleuchter unter der Brücke,

die kleinen Personenfähren,

den Cannabis Markt,

das lärmige Feuerwehrauto

und den Bus mit dem Veloständer an der Busvorderfront.

Auf dem Rückweg schauen wir den Fischern zu.

Fischen ist hier aber nicht der ganz richtige Ausdruck. Die Männer haben eine Falle in Form eines Teichs gebaut. Wenn nun die Fische mit der Flut den Capilano River hinauf schwimmen, verirren sich einige in diese Falle. Flussaufwärts gibt es keinen Ausgang. Die Männer müssen die Fische bloss noch einsammeln.

Wir haben nun wieder für einige Zeit genug Stadtluft geschnuppert. Morgen fahren wir wieder aufs Land.

Victoria auf Vancouver Island bis Harrison Hot Springs

Wir stehen auf einem schönen, gepflegten Platz direkt an der Bucht.

Ein gemütlicher Spaziergang dem Wasser entlang führt uns mitten in die Stadt.

Wir nehmen einen Bus für eine Stadtrundfahrt.

Viele markante Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Die Stadt macht aber einen sehr liebenswerten Eindruck und hat ein südländisches Flair. Es gibt gut besuchte Strassencafés und viele Blumen in Töpfen und Beeten.

Wir geniessen es, für einmal in einem Gartenrestaurant zu essen und vergessen dabei fast, dass wir immer noch im bisher recht kühlen Kanada sind.

Im Hafen von Victoria legen nicht nur Kreuzfahrtschiffe an. Wasserflugzeuge landen im Minutentakt im Hafenbecken. Verschiedene kleine Fährschiffe befördern Passagiere an  Haltestellen rund um die Bucht und auf vorgelagerte Inseln.

Am nächsten Morgen spazieren wir nochmals um die Bucht, wieder zur Haltestelle der Touristenbusse. Heute steht der Besuch des berühmten Butchart Garden auf dem Programm. Etwa 45 Minuten Fahrt ausserhalb der Stadt hat Frau Butchart über Jahre einen Garten angelegt. Heute wird er von einer Gesellschaft betrieben. Es muss wohl ein ganzes Heer von Gärtnern hier beschäftigt sein.

Stundenlang sind wir durch die Gärten flaniert und haben uns an der Farbenpracht satt gesehen und die vielen Düfte eingesogen.

Am 26. Juli nehmen wir die Fähre von Swartzbay nachTsawassen auf dem Festland. Die Fahrt dauert nur 1,5 Stunden.

Unser heutiges Ziel ist Harrison Hot Springs. Wir fahren den ersten Campingplatz im Ort an. Er macht einen vernachlässigten Eindruck. Wir fahren weiter und kommen zum Harrison Country Club. Das sieht nun schon viel besser aus. Die freundliche Dame am Empfang teilte uns mit, dass sie keine Touristen mehr aufnehme. Nur noch Dauercamper werden auf dem Platz beherbergt. Sie sieht sich kurz unser Auto an und fragt, woher wir kommen. Auf unsere Antwort, dass wir Schweizer seien, sagte sie spontan: Schweizer können selbstverständlich bleiben!

Blick von der Promenade zu den schneebedeckten Berggipfeln.

Das Thermalbad ist geschlossen. Die einzige öffentliche Bademöglichkeit ist dieser Tümpel gleich neben der Quelle. Wir verzichten auf ein Bad.

Morgen fahren wir weiter zum Lightning Lake im Manning National Park.

Hat sich jemand gewundert warum plötzlich einige Beiträge auf einmal erscheinen? Nein, uns ist nicht langweilig. Wir haben endlich ein stabiles Internet!

 

Port Hardy bis Comox 20. bis 23. Juli

Um Mitternacht sind wir von der Fähre Prince Rupert – Port Hardy gefahren. Einchecken im gebuchten Campingplatz war schnell erledigt. Wir bleiben noch einen zusätzlichen Tag in Port Hardy. Mit dem Velo machen wir uns auf zum Informationsbüro um Kartenmaterial über Vancouver Island zu erhalten.

Die Strasse führt der Ostküste der Insel entlang. Im kleinen Ort Telegraph Cove machen wir Station.

An jedem der gut erhaltenen Häuser hängt eine Tafel. Beschrieben wird der ursprüngliche Zweck des Hauses und der Besitzer. Die Häuser sind alle aus Holz gebaut. Im ganzen Dorf herrscht Rauchverbot.

Wir buchen eine Whale Watching Tour. Die Tiere auf dem unten abgebildeten Plakat sind in der Bucht heimisch.

Orcas

Hier bläst der Humpback Whale und setzt, unten, zum Abtauchen an. In dieser Bewegung wird auch seine Schwanzflosse sichtbar.

Nur etwa 150 Kilometer weiter südlich der Küste entlang kommen wir zum King Beach Provincial Park in Comox. Der Park ist mit viel Liebe zum Detail verschönert.

Sogar das Toilettenhäuschen ist mit Blumen verziert.

Wir stehen auf einem schattenlosen Platz, also fahren wir alle verfügbaren Sonnenstoren aus.

Das Meer sieht einladend aus. Die Wassertemperatur ist jedoch nicht badefreundlich.

Am Sonntag treffen sich in Comox die Freunde der Oldtimer.

Die überwiegend männlichen  Besucher staunen und fachsimpeln.

Für die nächsten drei Tage haben wir in Victoria einen Platz direkt an der Bucht gebucht.

Meziadin Lake bis Prince Ruprecht

Auf dem Weg zum Meziadin Lake begegnen wir dieser drolligen Familie.

Die zwei jungen Bären üben sich im Klettern, derweil die Mutter aus einiger Entfernung dem Treiben zuschaut.

Entlang der Strecke gibt es immer wieder kleine Seen und Tümpel. Die meisten sind mit Seerosen bedeckt.

Am  Meziadin Lake finden wir im Provincial Park einen sehr schönen Platz. Auch das Wetter ist gerade richtig um einige Zeit am See zu verbringen.

Hier in dieser Gegend sollen auch jetzt die Lachse zu ihren Laichplätzen hochschwimmen. Ein besonders guter Punkt um dies zu beobachten sind die Stromschnellen zwischen Stewart und Hyder (ein kleiner Teil von Alaska der nur über Kanada zu erreichen ist). Wir machen uns also am nächsten Tag auf in Richtung Stewart. Der Weg führt durch eine Schlucht, vorbei am Fusse eines Gletschers zur Kleinstadt Stewart.

Das Wetter ist recht trüb. Das soll uns jedoch nicht von unserem Vorhaben abbringen.

In Stewart fragen wir im Informationsbüro nach, wie es mit dem Aufstieg der Lachse so stehe. Leider, leider, sind die Lachse noch nicht auf ihrer Reise zurück zu ihrem Geburtsort. Es wird noch ungefähr zwei Wochen dauern, bis die ersten Fische hier hoch springen.

Trotzdem haben wir den Ausflug nach Stewart genossen.

Wir haben ein englisches Paar getroffen, das fast die gleichen Reisen wie wir gemacht hat. Das gab natürlich viel Gesprächsstoff. Die beiden hatten noch kein „Breakfast“ gegessen. Wir begleiteten sie zum Restaurant und führten dort die interessanten Gespräche fort. Die beiden wollen noch einen Tag in Stewart bleiben. Wir verabschieden uns und wünschen gute Reise.

Auch auf dem Rückweg zum Meziadin Lake machen wir nochmals am Fuss des Bear Gletscher halt und schiessen ein neues Foto.

Füsse kühlen im See macht Spass, auch wenn man nicht weit gelaufen ist.

Eine freudige Nachricht erreicht uns heute. Die Buchung für die Fähre von Prince Ruprecht nach Port Hardy auf Vancouver Island ist für den 20. July bestätigt.

Wir fahren weiter auf dem Cassiar Highway. Kurz vor dem Cassiar River Park, wo wir übernachten werden, sind Totem Pfähle errichtet worden, die aus verschiedenen Gegenden stammen.

In meiner Jugend habe ich viele Karl May Bücher gelesen. Ich hatte immer gedacht, dass Totempfähle etwas mit Tod und Folter zu tun hätten (wir wurden an die Pfähle gebunden, so hat es Karl May formuliert). Ich wurde hier nun eines Besseren belehrt. Totempfähle sind Stammeszeichen, also so quasi die Wappen der verschiedenen Stämme.

Nun fahren wir noch bis Prince Rupert. Wir freuen uns auf die Fährfahrt.

Prince Rupert ist sicher, wäre hier nicht der Fährhafen, keine Reise wert.

Oben der halb zerfallene Bahnhof und unten das einzige Gebäude das wir sehenswert fanden.

Morgen, 20. Juli, zwischen halb sechs und sechs müssen wir am Fährhafen sein. Wir werden 16 Stunden auf der Fähre verbringen.

Watson Lake über den Cassiar Highway bis Iskut, 13. bis 15. Juli

Hier in Watson Lake ist eine wichtige Kreuzung. Über den Robert Campbell Highway sind wir Richtung Alaska gefahren. Heute, am 13. Juli, sind wir über den Alaska Highway wieder in Watson Lake angekommen. Wir gönnen uns eine kleine Pause auf dem uns schon bekannten TAGS Campground, nicht besonders schön, aber zweckmässig.

Wir sind sicher, dass das gut dokumentierte Informationsbüro in dieser kleinen Stadt Auskünfte über den Cassiar Highway hat, da dieses Büro uns schon mit ausführlichen Unterlagen über den Campbell Highway eingedeckt hat. Selbstverständlich gibt es auch Dokumentationen über den Cassiar Highway und genau so selbstverständlich, sehr ausführlich.

Karte des Cassiar Highways

Der erste Teil des Cassiar Highway mutet eher traurig an. Verbrannte Baumstrunke säumen die Strasse. Der Brand muss jedoch schon einige Zeit zurück liegen. Bereits ist der Boden wieder mit vielen grünen Büschen bedeckt.

Auch die ersten Blumen sind schon wieder da.

Auf einem Rastplatz wird auf einer Hinweistafel erklärt, warum Waldbrände nicht nur eine Katastrophe sind, sondern teilweise auch ihren Nutzen haben. Kurz gesagt: Feuer ist natürlich und gewisse Pflanzen blühen erst nach einem Brand wieder richtig auf. Der Baumbestand wird verjüngt und erholt sich somit bald wieder.

In Jade City leben 12 Personen, eine Familie. Sie besitzen eine Jademine. Beim „Dorf“ steht ein Verkaufsstand mit Bruchstücken von Jade, die man hier sehr günstig kaufen kann.

Es wird aber auch Jade bearbeitet. Hier wird zur Zeit eine grosse Platte Jade poliert. Es soll daraus einmal ein Tischblatt entstehen. Das ungefähr 1,5 qm grosse Blatt wird, fertig poliert und ca. 30’000 Can Dollars kosten.

Auf dem Waters Edge Campground am Dease Lake übernachten wir. Ein schöner Platz, jedoch wieder ohne jeglichen Service, das heisst, kein Strom, kein Telefon und auch keine Dusche. Wir fühlen uns jedoch sehr wohl hier.

Abends regnet es. Wir sind nicht sicher, ob wir den geplanten Ausflug zum Telegraph Creek machen können. Der Weg dahin führt über eine Naturstrasse in eine tiefe Schlucht, zum Telegraph Creek. Am Morgen jedoch, scheint die Sonne und wir nehmen den Weg in Angriff.

Die Brücke wird renoviert. Wir müssen warten. Auch dieser Passagier im Auto vor uns muss warten, wie langweilig!

Wir fahren noch am gleichen Tag zu unserem nächsten Stopp Red Goat Mountain Lodge, Iskut. Ein grandioser Name für einen nicht sehr gepflegten Campingplatz.

 

Kanada zum Zweiten, 10. bis 13. July

Die Strasse von Tok Richtung Whitehorse ist so ziemlich die schlechteste die wir bis jetzt befahren haben. Franz steuert um so viele Löcher wie möglich, alle kann er aber nicht umfahren. Wir werden schlimmer durchgeschüttelt als auf den Naturstrassen.

Trotzdem, die Fahrt hat auch schöne Seiten. Wir erfreuen uns an den Blumen entlang der Strasse.

Im Discovery Yukon Lodging in Beaver Creek, nur etwa eine Stunde Fahrt nach der Grenze übernachten wir.

Die Besitzer, ein sehr freundliches Ehepaar, sind Sammler. Im Office gibt es eine Kollektion von ausgestopften Tieren. Adler, Hase, Gepard und ein  grosses Bärenfell. Auf dem Dach lagen unzählige Geweihe der verschiedensten Arten. Auf die Frage ob sie selber jage, bekamen wir die Auskunft, dass diese Tiere alle bei Auktionen erstanden wurden. Verkauft hat sie der Staat, der die illegal gejagten Tiere konfisziert hat.

Vor einem Schopf liegen Motorsägen aller Art und die Wand ist mit den verschiedensten Werkzeugen behangen.

Für die nächste Übernachtung haben wir wieder ein Thermalbad gefunden. Nahe bei Whitehorse liegt Takhini Hot Springs. Der Zeltplatz ist eher auf der bescheidenen Seite. Das Bad jedoch ist sehr schön.

Eclipse Nordic Hot Springs, Canada

Hier im warmen Wasser haben wir ein schweizer Ehepaar getroffen, die auch schon einige Jahre unterwegs sind. Es war sehr erfrischend, mit Leuten zu plaudern die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Das Wetter ist schlecht. Wir fahren am nächsten Morgen, 12. Juli nach Whitehorse. Was uns hier wirklich interessiert ist die „Alpine Bakery“. Wir hoffen, dass wir wieder gutes Brot kaufen können. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Bäckerei ist mit einem Café verbunden. Wir haben ein „German Breakfast“ genossen und für die nächsten Tage Brot gekauft.

Auch ein europäischer Metzger ist hier tätig. Zu unserer Überraschung gab es hier richtige „Landjäger“. Schon eigenartig, wie man nach einiger Zeit die einfachen Dinge,  wie knuspriges Brot und ein feiner Landjäger vermisst.

Es regnet in Strömen. Whitehorse erscheint dadurch nicht sehr einladend. Wir haben auch in unserem Reiseführer nichts gelesen, das uns den Aufenthalt in dieser Stadt nahe legen würde. Whitehorse ist somit für uns bloss eine Versorgungsstation. Wir fahren weiter.

In Teslin, nach etwa 6 stündiger Fahrt, übernachten wir. Der Campingplatz ist mehr schlecht als recht. Für eine Nacht muss er genügen.

Am nächsten Morgen, das Wetter hat sich leicht gebessert, jedenfalls so, dass es nicht mehr den ganzen Tag regnet. Die Fahrt ist ereignislos. Wir kommen am Nachmittag auf dem uns schon bekannten Platz in Watson Lake an. Der nördliche Kreis unserer Reise hat sich nun vollends geschlossen.

 

Dawson City bis zur amerikanischen Grenze 30. Juni 2022

Das sieht aus wie eine Kulisse für einen Wildwestfilm. Das war der erste Gedanke als wir nach Dawson City hinein fahren. Nur die Frontroad, die Hauptstrasse ist geteert. Alle anderen Strassen sind Naturstrassen. Da es hier schon einige Zeit nicht geregnet hat, liegt ziemlich viel Staub in der Luft.

Eingeklemmt zwischen zwei dieser riesigen Dinger haben wir auf dem Gold Rush Camping zwei Nächte verbracht. Der Platz ist kein Hit, aber gut gelegen. Das Stadzentrum ist in fünf Minuten zu Fuss erreichbar.

Die Luft ist hier etwas getrübt. Wir können uns nicht vorstellen was der Grund dafür ist. Nach einigen Gesprächen mit Nachbarn war es dann klar. In Alaska wüten verschiedene Waldbrände. Wind bringen den Rauch bis hier her. Deshalb erscheint die Sonne wie hinter einem Schleier.

Noch ein paar Bilder von Dawson City.

Das Gebäude einer kürzlich stillgelegten Zeitungsdruckerei gibt es noch.

Morgen werden wir die Fähre über den Yukon-Kuskokwim nehmen und den Top of the World Highway befahren. Es gibt keine Brücke über den Fluss.

Die Fährfahrt dauert etwa 20 Minuten. Die meiste Zeit beansprucht jedoch die Warterei. Nur eine der zwei Fähren war in Betrieb. Es können jeweils ein Lastwagen oder eines der riesigen Wohnmobile und vier bis sechs Autos geladen werden. Wir warteten ungefähr eine Stunde und hatten dabei noch Glück. Weil wir ein kleines Auto fahren durften wir in eine besondere Spur einschwenken. Diese wurde doch recht rasch kürzer.

Von unserer Fahrt über den Top of the World Highway gibt es leider keine Bilder. Die Gegend ist hügelig und die Strasse führt meistens über den Grat der Hügel. Die Gegend war von Rauch der Feuer in Alaska stark getrübt. Es fühlte sich an, wie wenn man durch Nebel fährt. Die Sicht zur Strasse war kein Problem. Die Fahrt daher, obwohl es eine Naturstrasse ist, nicht anstrengend.

Am nördlichsten Grenzübergang in die USA wurden wir von einer freundlichen Zöllnerin nur kurz angehalten. Nach den üblichen Fragen nach Waffen und weiteren mitgeführten Gegenständen hat sie uns eine gute Fahrt gewünscht.

Den nächsten Bericht werdet ihr also wieder unter Nordamerika/USA finden.

Weiter auf dem Alaska Highway am 25. Juni und über den Klondike Highway bis am 28. Juni.

Die Hochwassersituation hat sich beruhigt. Wir fahren auf weiterhin guter Strasse nordwärts.

Eine Bisonherde hat es sich am Strassenrand gemütlich gemacht.

Eine ganz spezielle Wolkenformation. Zum Glück kündet sie keinen Regen an.

Bald erreichen wir Watson Lake. Lebensmittelvorräte und Diesel auffüllen ist das Tagesziel. Ausserdem wollen wir uns erkundigen, ob die geplante Fahrt über den Campbell Highway möglich ist. Im Informationsbüro erhalten wir von einer sehr freundlichen Dame nicht nur die gewünschte Bestätigung, dass der Highway problemlos zu befahren sei. „The road is very good.“ Was gut heisst liessen wir offen, wir wissen, dass es eine 220km lange Gravelroad ist. Ausserdem versorgte uns die Dame mit der entsprechenden ausführlichen Wegbeschreibung. Auch Broschüren über Vögel, Pflanzen, Wildtiere und Pilze der Region erhielten wir.

Das Besondere an Watson Lake ist der Schilderwald. Reisende aus der ganzen Welt befestigen hier die verschiedensten Tafeln, Autonummern, Namensschilder, usw. Zuletzt wurden im Jahr 2019 ca. 88000 Schilder gezählt.

Die Strasse auf dem Campbell Highway ist wirklich sehr gut, flach und praktisch staubfrei.

Franz wirkt entspannter. Auch er kann die Landschaft geniessen und trotzdem sicher fahren.

Wir übernachten in Faro. Weil wir keine Lust zu kochen haben, fragen wir im Touristenbüro ob es hier in dem kleinen Ort, neben dem General Store und dem Post Office auch ein Restaurant gebe. Ja natürlich, es gibt ein Hotel mit einem guten Restaurant. Wir überlegen nicht lange und machen uns auf dem Weg zum beschriebenen Hotel. Leider war ausser einem Hamburger und einem Toasted Sandwich nichts zu haben. Aus der Traum vom guten Essen in einem schönen Restaurant! Der Bauch war gefüllt und wir haben gut geschlafen.

Nun sind es noch ungefähr 200 km auf geteerter Strasse entlang dem Campbell Highway bis Carmacks.

Der Yukon, hier beim Campingplatz Coal Mine bei Carmacks. Der Platz ist schön gelegen am Fluss. Leider ist auf der anderen Seite des nicht sehr gepflegten Platzes die Strasse.

Auf dem Klondike Highway geht es nun weiter, immer noch gegen Norden.

Die Fünffinger Stromschnellen. Durch diese schwierige Passage wurden viele Güter ins Goldrausch-Gebiet transportiert. Es war nur die mittlere Passage befahrbar bis später, links im Bild, eine weitere, ruhigere Passage frei gesprengt wurde.

Der mächtige Yukon.

Beidseits der Strasse blühen prächtig wilde Blumen.

Heute fahren wir noch bis Dawson City. Dort planen wir eine kurze Ruhepause ein.

Weiter Richtung Norden bis Liard Hot Springs, 25. Juni 2022

Wir verlassen am Morgen den nicht sehr schönen Platz in Chetwynd. Gemäss Reiseführer ist die Strasse Nr. 29 der schönere Weg nach Norden als derjenige über Dawson Creek, wo der Alaska Highway offiziell beginnt.

Noch ist das Paradise Valley sichtbar.Es wird überall gebaut. Vor allem eine neue Strasse mit vielen Brücken wird am höheren Rand des Tals gebaut. Bald soll hier ein Stausee entstehen, der das ganze Tal überschwemmen wird.

Wir fahren noch auf der alten Strasse. Bei Fort St. John biegen wir auf den Alaska Highway ein. Auf einer guten Strasse geht es immer weiter gegen Norden. Beim Buckinghorse Creek, schlagen wir unser Nachtlager auf. Man kann das nicht wirklich als Dorf bezeichnen. Es besteht aus einer Tankstelle, dem dazugehörigen kleinen Restaurant und dem Zeltplatz. Der Besitzer der Tankstelle versorgt uns mit Feuerholz und lässt es bis zum ca. 2 km entfernten Zeltplatz liefern.

Wir sind froh, dass wir ein Feuer machen können. Es schwirren ziemlich viele Mücken herum. Das Feuer hält einige davon von uns ab.

Am nächsten Tag fahren wir weiter auf dem Alaska Highway, der hier über den höchsten Punkt führt, den Summit Pass auf 1200 müM. Schon nach kurzer Fahrzeit beginnt es zu regnen. Das stört nicht weiter, wir sitzen ja trocken im Auto. Bald, je höher wir kommen, wandelt sich der Regen zu Schneeregen und, kurze Zeit später, zu einem veritablen Schneesturm.

Wir hatten vorgesehen, am Summit Lake zu campieren. Angesichts der Wetterverhältnisse entschlossen wir uns, noch ein Stück weiter zu fahren. Am Toad River auf ungefähr 700 müM,  fanden wir dann einen guten Zeltplatz. Der Platz liegt an einem kleinen See, der durch einen Damm gesichert ist. Es regnete nach wie vor in Strömen. Der Regen hielt die ganze Nacht an.

Ein lautes Rauschen war zu hören, es regnete immer noch und der Damm am See war zum Teil eingebrochen. Der Fluss war stark angestiegen. Ein Angestellter am Zeltplatz warnte uns, dass wahrscheinlich die Strasse gegen Norden überflutet sein wird. Wir überlegten, was nun zu tun sei. Der Zeltplatz schien uns nicht mehr sehr sicher. Wir entschlossen uns, wieder ein Stück südlich, eventuell bis Port Nelson, zu fahren.

Auf dem Summit hatte sich das Wetter aber deutlich gebessert. Sogar ein Stück blauen Himmels war zu sehen.

Summit Lake

Wir machten eine Pause und haben uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, wieder zum Toad River zurück zu fahren. Dort wollen wir eine weitere Nacht verbringen. Wir nehmen an, dass die Lage bald wieder übersichtlicher sein wird.

Am zweiten Abend kann Franz sogar wieder unser Nachtessen am Feuer zubereiten.

Obwohl am Morgen noch viel Wasser auf dem Zeltplatz lag, bekamen wir grünes Licht. Die Strasse nordwärts sei wieder befahrbar. Wir machen uns auf den Weg.

Die Flüsse entlang der Strasse führen noch viel Wasser, sind aber nicht mehr bedrohlich.

Unser nächstes Ziel liegt nicht weit weg. Wir wollen beim Liard River Hot Springs, nur ca. 150 km weiter, ein heisses Bad geniessen. Der Fluss entlang der Strasse führt Hochwasser, ist aber ein gutes Stück von der Fahrbahn entfernt.

Die Luft ist klar mit wunderbarer Fernsicht.

Wir geniessen eine schöne Fahrt. Der Murdoch Lake glänzt in schon fast kitschigem Blau.

Bisons grasen am Strassenrand.

Vom Campingplatz führt ein Fussweg durch Sumpfgelände zum Naturpool der heissen Quellen.

Wir geniessen ein richtig heisses Bad, fast ist es zu heiss. Zum Glück gibt es kühlere Strömungen im heissen Fluss. Die Bilder oben wurden am frühen Morgen aufgenommen. Während der Badezeit ist der Pool ziemlich voll und daher nicht so idyllisch.

 

Barkerville bis Chetwynd 18. – 20. Juni 2022

Auf dem Weg nach Barkerville sehen wir mehrere Bären. Fotografieren konnten wir aber nur diesen. Eine Bärin mit zwei Jungen haben wir zwar gesehen, aber bis der Foti bereit war, waren die Bären im Gebüsch verschwunden.

Der Himmel ist bedeckt als wir vor Barkerville eintreffen. Ziemlich umständlich werden wir auf den Campingplatz Forest Rose eingewiesen. Die Dame im Office hatte einige Mühe mit ihrem Computer. Auch Zahlung mit der Karte funktioniert trotz mehrmaligem versuchen nicht. Zum Glück hatten wir noch etwas Bargeld bei uns.

Bei strömendem Regen treffen wir in der Stadt ein. Barkerville ist ein Museum im Stil von Ballenberg. Gegründet wurde Barkerville während des Goldrauschs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Wie in Ballenberg, werden auch hier verschiedene Werkstätten und sogar ein Hotel und Handelbetriebe noch betrieben.

Die Strassen sind verschlammt. Wir können uns gut vorstellen, wie die Damen mit ihren langen Röcken die Strassen mieden und wenn immer möglich auf dem Boardwalk blieben.

Die Waren in diesen Läden stehen zum Verkauf.

Die Kirche ist ganz aus Holz gebaut. Hier werden noch regelmässig Gottesdienste abgehalten.

Diese Karte hängt im Schulzimmer. Auf den ersten Blick kommt sie uns etwas eigenartig vor. Es sind aber alle Kontinente eingezeichnet aber nicht in der gewohnten Reihenfolge.

Auch eine Zeitungsdruckerei gibt es hier. Franz wollte sich das ansehen. Ganz entsetzt verliess er nach einem Gespräch mit dem „Drucker“ (ganz bestimmt kein Fachmann) das Gebäude.  Nicht einmal ein Foto wollte er davon machen. Er fand, dass allzuviele Sachen in der Druckerei nicht stimmten und nicht ins 19. Jahrhundert passten. Das Layout war nicht stimmig. Es war mehrheitlich ein Sammelsurium verschiedener Gerätschaften.

Die Schmiede.

Der Neffe des Dampfmaschinenerfinders James Watt, Hugh Watt, war hier Arzt.

Wir verlassen Barkerville am nächsten Morgen. Wieder begnegen wir Bären. Ob es die Gleichen sind?

In Prince George kaufen wir ein für unsere Weiterreise nach Norden. Auf dem Hartway Park RV übernachten wir und fahren am 20. Juni weiter bis Chetwynd.

Bei einem Zwischenhalt treffen wir auf diesen schönen, besonderen Vogel.

Das Besondere in Chetwynd ist der alljährlich stattfindende Skulpturen Wettbewerb. Da werden, hauptsächlich mit der Motorsäge, verschiedenste Skulpturen geschnitzt. Die Preisgekrönten werden in der Stadt ausgestellt.

Auf dem einzigen, ziemlich ungepflegten Campingplatz der Stadt übernachten wir. Der Besitzer war ein dauerlächlender Chinese der kaum Englisch konnte. Die meisten der Camper sind Arbeiter auf einer nahe gelegenen Strassenbaustelle.

Morgen werden wir wieder auf einem schönen Platz in einem Provincial Park stehen. Ein Campground der nur mit einer Pit Toilet oder Outhouse genanntem Klo und einem Wasserhahn ausgerüstet ist.

 

Von Blue River bis zum Lac la Hache und dem Abschied von Jörg und Marlies.

Nun geht die gemeinsame Zeit mit Marlies und Jörg schon bald zu Ende. Noch bleiben uns noch ein paar Tage. Wir verlassen Blue River und steuern Clearwater an. Bei Clearwater beginnt der Wells Gray Provincial Park. Der Park ziert sich mit verschiedenen Wasserfällen. Der Erste, Helmcken Falls, liegt gleich an der Strasse. Der Zweite muss erwandert werden.

Vorbereitung zur Wanderung. Sitzt die Sonnenbrillen und der Hut? Ist das Wasser dabei, haben die Stöcke die richtige Länge?

Der Spahats Creek Fall

Kleine Rast beim Wasserfall.

Farbige Schönheiten am Wegrand.

Der nächste und zugleich der letzte Zeltplatz ist der Big Horn RV am Lac la Hache, in der Nähe von 100 Mile House.

Wir machen am Morgen einen Ausflug zur Kayanara Farm. Eberle’s, die ehemaligen Besitzer dieser Farm, haben wir in der Schweiz an einer Ferienmesse kennengelernt. In der Zwischenzeit haben sie ihren Besitz an vier junge Kanadier verkauft, die nun den Betrieb von Campingplatz und Lodge weiterführen.

Bilder vom Spaziergang auf der Kayanara Farm.

Auf dem Rückweg zum Camp plagte uns der Durst. Wir haben an einem kleinen See eine lustige Piratenbar gefunden.

Zurück auf dem Zeltplatz.

Noch scheint die Sonne, wir machen ein Feuer und rösten Popkorn.

Bald ziehen Woken auf. Franz hat sich vor den ersten Tropfen schon unters Dach geflüchtet. Das Wetter vermieste uns ein letztes Lagerfeuer mit Marlies und Jörg. Wir haben den Abend jassend im Wohnmobil verbracht.

Heute, am 20. Juni trennen sich unsere Wege. Marlies und Jörg fahren südlich um in ein paar Tagen ihr Wohnmobil wieder zurück zu geben und Vancouvre zu geniessen, bevor sie den Rückflug antreten.

Wir fahren nördlich bis nach Barkerville.