Ecuador

Sehr praktisch für den Grenzübertritt ist hier in Südamerika, dass sich jeweils die beiden Grenzstaaten einen Gebäudekomplex als Zoll teilen. So konnten wir auch hier erst unsere Ausreisestempel für uns und unser Auto einholen. Ausreisen ist immer recht einfach. Schwieriger wird es im Allgemeinen bei der Einreise.
Wir wurden erst zur Passkontrolle verwiesen. Problemlos erhalten wir den Stempel und dürfen einreisen. Jetzt muss aber auch unser Auto noch eingeführt werden. Dazu muss, wie immer, ein ausführliches Formular ausgefüllt werden. Dies macht hier der Zollbeamte, also ist es ganz einfach. Noch muss Franz aber das Auto zeigen. Erst kontrolliert der Beamte die Farbe. Ja, unser Auto ist grün wie beschrieben, also ok. Dann will er noch in die Kabine schauen. Wir denken, jetzt geht es wirklich los. Der Beamte wollte aber nur seine Neugierde stillen. Keine Frage nach mitgeführten Gegenständen, nach Fleish oder Früchten. Wir waren fast ein bischen entäuscht. Schon wird uns freundliche eine gute Reise gewünscht und wir sind auf dem Weg.

Unserem Frosch steht ein strenger Tag bevor. Unser Ziel ist Cuenca. Diese Stadt liegt auf 2550 MüM. Wir staunen, die Vorhersage, dass Ecuador grün sei bewahrheitet sich schon auf den ersten Kilometern nach der Grenze. Wir geniessen die liebliche Landschaft während unser Auto, zuverlässig wie immer, Höhenmeter um Höhenmeter bewältigt.

Durch diesen natürlichen Tunnel fahren wir zu unserem Stellplatz auf dem Campingplatz Cabanas y Camping Yanuncay. Wir lernen Umberto, den Besitzer des Platzes, kennen. Er ist eine richtige Plaudertasche. Er lobt seine Stadt in den höchsten Tönen und gibt uns unendlich viele Tipps und Anregungen, was wir in seiner Stadt besichtigen sollen.

Wir haben aber bis jetzt schon genug Altertümer, Kirchen und ähnliches gesehen. In dieser Stadt wollen wir andere Sehenswürdigkeiten sehen.

Der Campingplatz liegt sehr günstig. In etwa 40 Minuten erreichen wir zu Fuss das Stadtzentrum.

Ganz am Katholizismus vorbei kommt man wohl in keinem südamerikanischen Land. Symbole sind weit verbreitet und werden sorgsam gepflegt.

Hauseingang? Nein, alles nur Fassade!

Die Bedeutung dieses Kunstwerks hat sich mir nicht erschlossen, jedenfalls hat es uns gefallen.

Beim Barbiere de Cuenca.

Im alten Gemeindehaus, jetzt ein Museum, kann man die alte Wasserversorgung des Ortes und die Verteilung des Wassers sehen. Das Wasser wurde unterirdisch durch  Kanäle, die mit Bollensteinen abgedeckt sind, verteilt. Die Kanäle wurden von Bächen aus den umliegenden Bergen gespiesen.

Die Markthalle, alles sehr sauber und ordentlich präsentiert.

Was immer das Herz begehrt wird hier angeboten.

Wir lernen, dass Panamahüte nicht aus Panama stammen, sondern hier in Cuenca hergestellt werden. Die Fasern für die geflochtenen Hüte stammen aus einer sehr langen Palmenfaser. Diese Palmen wachsen in der Nähe des Meers. Dort werden sie gesammelt und hier in Cuenca eingeweicht und gepresst und dadurch geschmeidig gemacht.

Es gibt verschiedene Formen des Hutes. Die Hüte werden in einer groben Form geflochten und dann mit Hilfe grosser Pressen und in die verschiedenen Modelle gepresst.

Das Gebäude ist Fabrik, Laden und Museum gleichzeitig. Auf dem Dach gibt es ein kleines Café mit wundervoller Aussicht.

Auch die bekannten Baños wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Wir geniessen das wohltuend warme Wasser. Schon bald ziehen dunkle Wolken auf. Die Temperatur sinkt jedoch nicht merklich, also lassen wir uns von den paar Wolken nicht stören. Wir bestellen einen Drink, der uns an den Liegestuhl serviert wird. Soweit kommt es aber nicht. Die Wolken entleeren sich. Vor den schweren, grossen Tropfen flüchten wir ins Restaurant.

Damit aber noch nicht genug. Das Gewitter verstärkt sich.

Einige Badende lassen sich auch vom Hagel nicht beindrucken.

Wir geniessen unseren Drink und warten bis sich das Unwetter verzogen hat. Zurück auf dem Campingplatz erfahren wir, dass es dort kaum geregnet hat und im nur ca. 25 Autominuten entfernten Bad hagelt es!

Morgen werden wir weiter ins Landesinnere fahren. Wieder werden einige Berge zu bewältigen sein.

Von Cuenca nach Cumandà 7. Oktober 2023

Wir verlassen Cuenca. Wieder steht dem Frosch ein anstrengender Tag bevor. Er muss nochmals über einen Kordilleren-Pass bis auf 3700 müM klettern.

Wieder einmal rennen wir mit unserem geplanten Übernachtungsplatz an. Der Campingplatz existiert zwar, ist jedoch auf einem Hügel und kann nur zu Fuss erreicht werden. Wir suchen weiter.
I-Overlander gibt uns einen Platz in Cumandà an. Er soll von einem Schweizer geführt werden. Mit der schweizer Führung haben wir bis jetzt nicht immer die besten Erfahrungen gemacht. Da es aber langsam gegen Abend geht, wollen wir diesen Platz anfahren.
Diesmal werden wir positiv überrascht. Wir landen bei Patrick Oswald im Swiss Bistro. Offiziell hat er gar keinen Zeltplatz, weist uns aber eine schöne Ecke auf seinem grossen Grundstück zu und zeigt uns Toiletten und Duschen. Patrick wohnt schon über dreissig Jahre in Ecuador. Das Swiss Bistro ist sein zweites Restaurant. Ein weiteres betreibt er mit einem Compagnon in Banos.

Das moderne Glamping ist seine neueste Einrichtung. Ganz im Grünen versteckt hat er die Zelte aufgebaut. Zur Zeit sind es nur drei, es sollen aber weitere dazu kommen.

Patrick hat in der Schweiz die Hotelfachschule Beau Rivage Lausanne besucht, weiss daher wie das Business läuft. Er bestellt für uns ein feines Nachtessen. Kochen tut er hier nicht, dafür hat er einheimische Angestellte. Wir bekommen ein Rindsfilet, rosa gebraten, Gemüse und Kartoffelgratin. Man spürt den schweizerischen Touch. Hier könnten wir auch Käsefondue und Raclette essen. Patrick kauft den Käse bei einem befreundeten Italiener. Wir verzichten gerne.

Auch ein Swimmingpool gehört zur Anlage, ebenso wie drei grosse Hunde.

Wir plaudern die halbe Nacht. Am Morgen gibt es ein fast schweizerisch anmutendes Frühstück: Brot, Butter, dreierlei Konfi, Käse und Wurst. Dazu Brombeer und Guavasaft und ein wirklicher drinkbarer Kaffee. Das mit dem Kaffee ist hierzulande eine leidige Geschichte. Obwohl ecatorianischer Kaffee weltbekannt ist, bekommt man hier selten guten Kaffee serviert.

Weiter fahren wir zu unserer voraussichtlich letzten Station in Ecuador. Es sind nur noch wenige hundert Kilometer bis zur Grenze nach Kolumbien. Nach umständlicher Suche und nachfragen bei mehreren Leuten auf der Strasse finden wir auch den Campingplatz El Tio in Otavalo. Wie schon oft ärgern wir uns auch hier wieder darüber, dass die Plätze nicht mit einer Tafel, einem Wegweiser oder etwas ähnlichem gekennzeichnet sind. Jedesmal wenn wir den Besitzer darauf ansprechen heisst es, ja, das ist in Planung! Manana, manana….
Trotz allem, der Platz ist schön und ruhig gelegen. Wir treffen ein junges Schweizer Paar das als Backpacker erst seit einer Woche unterwegs ist. Sie wollen sich hier auf diesem Platz erst etwas eingewöhnen. Auch eine junge Frau mit ihrem Baby wohnt hier. Das Kind wurde in Ecuador geboren. Sie und der Vater warten zur Zeit auf amtliche Papiere für das Kind.

Eine gemütliche Fahrt führt uns zur Grenze nach Kolumbien. Darüber mehr im nächsten Beitrag.