Bis Kingman und Grand Canyon

Nach der sehr warmen Nacht im Death Valley Campground, der nur einen Hügelzug vom eigentlichen Death Valley entfernt liegt, fahren wir weiter Richtung Las Vegas. Franz war bis jetzt nicht begeistert von einem Halt in der Stadt der Casinos und Glückspieler. Er hatte wohl Angst, ich würde viel zu viel Geld verzocken. Also fahren wir auf einer achtspurigen Autobahn vorbei an der „verbotenen“ Stadt bis Kingman.

Dort buchen wir eine Tour zum West Rim des Grand Canyon. Morgens um sieben werden wir beim Campingplatz abgeholt. Sharon, unsere Fahrerin und Guide unterhält uns während der einstündigen Fahrt zum Canyon mit der Geschichte der geplanten Seilbahn über den Canyon. Der Plan wurde als undurchführbar verworfen, aber erst, als schon einige Bauten erstellt waren.

Kleine Lebewesen existieren in der trockenen Landschaft.

Wälder von Joshua Bäumen säumen die Strasse.

An der Schlucht angekommen, sehen wir als erstes dieses Gebäude. Der Bogen rechts ist der Skywalk. Hoch über der Schlucht hängt der Bogen. Wir wagen uns hinaus nachdem wir mit „Finken“ ausgerüstet wurden. Die Kamera mussten wir leider in einem Depot zurück lassen. Boden und Geländer des Skywalks sind aus Glas. Auf der Höhe von ungefähr 1200 Metern über dem Grund des Canyons geht man auf Glas. Die Sicht nach unten ist atemberaubend und zugleich faszinierend und unheimlich.

Rund um das Gebäude des Skywalks werden Bauten verschiedener Indianerstämme gezeigt.

Nun ein Blick in die Schlucht. Ohne Geländer, ganz ohne Schutz blickt man in die fast unendliche Tiefe.

Tief unten schlängelt sich der braune Colorado River durch den Canyon.

Zeuge der geplanten Seilbahn über den Canyon.

Das ist Eagle Point. Seht ihr den Adler aus Stein mit den ausgebreiteten Schwingen?

Beeindruckt verlassen wir den Canyon und fahren zu einem Mittagessen zu Cowboy Dave. Er gibt einige Lieder zum Besten und unterhält uns mit Cowboystories.

Auf dem Gelände der Ranch steht noch das erste Haus das hier errichtet wurde. Es wird zu Ehren der Urahnen weiterhin erhalten.

Ermattet vom erlebnisreichen Tag verbringen wir den späten Nachmittag am Swimmingpool. Morgen werden wir uns einen ganzen Ruhetag gönnen.

 

Nicht Yosemite sondern Sonora Pass

Das nächste Ziel ist der Yosemite National Park. Erst eine ziemliche langweilige Strecke auf der Autobahn über eine weite Ebene. Dann folgt eine interessantere Gegend über Hügel und durch Dörfer. Etwa 20km vor dem Parkeingang finden wir in Coarsgold einen Campingplatz.
Leider haben wir es versäumt eine Durchfahrtsbewilligung für den Yosemite Park zu beantragen. Diese hätten wir etwa zwei Monate vor unserer Ankunft hier beantragen müssen. Kurzfristig ist da gar nichts zu machen. 

Wir sind erst etwas enttäuscht, finden aber bald eine gute Lösung. Ohne auch nur einen Blick auf den Parkeingang zu verschwenden, fahren wir nördlich über einen kleinen Pass.

Bei einer kurzen Rast finden wir diese wunderschönen Tannzapfen, gross wie eine Ananas. Die hätten doch eine schöne Weihnachtsdekoration ergeben. Leider können solche Souvenirs nicht in die Schweiz eingeführt werden. Schweren Herzens lassen wir die Zapfen am Strassenrand zurück.

Paralell zum Pass im Yosemite Park führt der Sonora Pass vom Städtchen Sonora nach Bridgeport über die Strasse 108.

Durch schöne Wälder geht es erst auf einer sehr guten Strasse bergauf.

Dann wird die Strasse schmaler und immer steiler, die Kurven werden enger. Unser Frosch keucht ein bisschen, gibt aber nicht auf.

Es ist geschafft, wir kommen auf fast 3000 MüM auf der Passhöhe an.

Von nun an gehts bergab! Zwar nicht gerade bis auf Meereshöhe, aber immerhin etwa 1000 Höhenmeter.

In Bridgeport übernachten wir auf dem Reservoir and Marina Camp Ground. Wir geniessen einen gemütlichen Abend. Im Rückblick auf diesen Tag sind wir sehr zufrieden. Die morgentliche Enttäuschung ist verflogen. Auch der Yosemite Park hätte uns nicht mehr bieten können.

Auch am Morgen ist die Gegend um das Reservoir noch sehr sehenswert. Pelikane versammeln sich auf dem Wasser.

Auch diesen schönen Ort verlassen wir. Es geht weiter südöstlich. Auf der Karte lesen wir, dass Benton Hot Springs die nächste Ortschaft ist. Wir sind gespannt, haben wir doch nirgends in unseren Reiseführern von diesem Bad gelesen.

Nun ist alles klar!

Die Gegend wird immer trockener. Beidseits der Strasse nur noch Geröll, Sand und einige kleine Büsche und Kakteen.

Wir beobachten eine kleine Windhose.

Im Wüstenstädtchen Beatty verbringen wir eine Nacht bei recht hohen Temperaturen. Glücklicherweise konnten wir uns vor dem Schlafengehen im Swimmingpool abkühlen.

Petaluma – San Francisco 13. bis 16. August 2022

Schon vor wir unseren Platz in Petaluma erreichen fahren wir durch ein schönes Weingebiet. Der Unterschied zwischen den grünen Reben und den umliegenden braunen Wiesen ist frappant. Auch hier haben die Rebbauern in der Zwischenzeit gemerkt, dass sich auch mit Oliven viel Geld verdienen lässt. Neben grossen Rebflächen sehen wir immer wieder Olivenbäume.

Ein Ausflug zu einem Weingebiet ist hier in Kalifornien ein Muss. Wir heben uns das für später auf und wollen uns erst San Francisco ansehen. Auch unserem Freund aus den Zeiten in Südafrika, Gusti, der schon seit vielen Jahren hier wohnt, wollen wir einen Besuch abstatten.

Die Golden Gate Bridge liegt vor uns. Gespannt sind wir auf diese weltberühmte Brücke die, entgegen der allgemeinen Meinung nicht rot ist,  offiziell heisst die Farbe „International Orange“. Auf die korrekte Bezeichnung wird scheinbar viel Wert gelegt.

Wir fahren zwar mit dem Frosch in die Stadt, setzen aber wieder auf die bewährte Hop-on-hop-off bus tour um erste Eindrücke von der Stadt zu erhalten.

Alcatraz, die berühmt, berüchtigte Gefängnisinsel die heute eine Touristenattraktion ist.

San Francisco hat eine klevere Strategie entwickelt um den Bedarf an Trams zu sichern. Die Stadt kauft frei werdende Trams aus verschiedenen Städten und setzt sie ein. Daher sind die Trams in verschiedenen Farben anzutreffen.

Es gibt natürlich auch immer noch den berühmten Cabelcar, der rege benützt wird, vor allem von Touristen.

Pier 39, Einkaufen, Essen, Trinken

Nicht nur die Menschen sind hier dicht gedrängt. Auch die Robben auf den Plattformen streiten sich um die besten Plätze.

Nach dem Erdbeben von 1906 brachen in der Stadt viele Feuer aus. Dieser Turm wurde zum Gedenken an eine junge Frau errichtet, die die Feuerwehrleute während dieser Zeit tatkräftig unterstützte.

Wer errinnert sich noch an das Lied „if you are going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair……“? In diesen Strassen wurde die Hippie Kultur gepflegt. Es ist heute noch ein spezielles Quartier mit einem bohemien Flair.

San Francisco, eine sehenswerte Stadt.

Wir haben Gusti getroffen. Auch seine ursprünglich roten Haare sind nun weiss geworden. Ein paar gemütliche Stunden mit viel „weisch no“ und „wie gohts dem und em andere, wo sind die jetz?“ haben wir gemeinsam verbracht.

Bald werden wir wieder weiterreisen. Etwas muss jedoch in dieser Gegend noch unbedingt sein. Ein Besuch auf einem Weingut.

Der Kellner, ein zur Zeit verletzter Football player, mit der entsprechenden Figur.

Ein sehr elegantes Weingut mit durchschnittlichen Weinen und sehr gehobenen Preisen.

Nun haben wir auch diesen „Pflichtteil“ erledigt und können morgen wieder weiter fahren.

Noch einige Kilometer bis nach Petaluma

Immer wieder schöne Ausblicke auf unserer Fahrt weiter der Westküste entlang.

Unser nächster Stopp ist Brookings. Wir klagen dem Besitzer des Seabird RV-Parks unser Leid betreffend unsere schlechten Telefonverbindungen. Er verweist uns an einen AT&T Telefonshop, der ganz in der Nähe liegt.

Hier werden wir mit einer nicht sehr angenehmen Wahrheit konfrontiert. Wir wissen nun warum unsere Telefone in Alaska nicht richtig, d.h. nur zeitweise, funktionierten. Der Vorgänger von Präsident Biden hat ein Gesetz erlassen, das besagt, dass alle elektronischen Geräte made by Huawei in den USA nicht funktionieren dürfen. Im Weiteren dürfen keine solchen Geräte mehr aus China in die USA importiert werden. Das hat nun zur Folge, dass unsere Huawei Telefone nicht funktionieren. Wir mussten ein neues Telefon kaufen um in den USA telefonieren zu können. Zum Glück ist unser Tablett und unser Computer nicht aus China. Wir konnten so unseren Datazugang sichern. Das ganze Hin-und-her hat uns einen Tag und $100 gekostet.

Der nächste Tag ist dem Redwood gewidmet.  Schon kurz nach der Einfahrt in den Redwood National Park sehen wir einige Exemplare dieser beeindruckenden Riesen. Beeindruckend ist nicht deren Umfang, sondern vor allem deren Höhe. Sie ragen wie Wolkenkratzer weit in den Himmel hinein.

Wir kommen zum Big Tree.

Wir machen eine kleine Wanderung durch den Wald und begegnen einigen bemerkenswerten Exemplaren des Red Wood.

Das Wurzelwerk eines gefallenen Riesen.

Bemerkenswert sind auch die Nadeln und die grobe Rinde des Baumes.

Auf der Avenue of the Giants.

Diesem Riesen ist ein Kopf gewachsen.

Auf dem Campingplatz in Arcata gönnen wir uns etwas Ruhe. Der Ort ist auch nicht wirklich sehenswert. Halt einfach ein Übernachtungsplatz.

Noch immer geht es südwärts. Wir machen einen kleinen Abstecher zum historischen Städtchen Ferndale.

Hier könnten wir weiter bis Capetown. Das scheint uns dann aber doch zu abwegig.

Unser nächster Stopp ist Fort Bragg.  Die im Reiseführer beschriebene Glassbeach wollen wir sehen. Ein Glasstrand? Wir können uns nicht wirklich etwas darunter vorstellen.

Das „Wunder“  des Glasstrands hat einen nicht sehr rühmlichen Ursprung. Die Glasscherben aus einer im Meer liegenden Deponie wurden von den Wellen zu hübschen, glitzernden Steinen geschliffen und an diesem Strand angeschwemmt.

Zu Fort Bragg ist noch zu erwähnen, dass wir hier den wohl schlechtesten Campingplatz, Hidden Pines RV Park, unserer bisherigen Reise „erwischt“ haben. Dazu war er noch teuer. Definitiv nicht zu empfehlen.

Am 13. August reisen wir weiter bis kurz vor San Francisco. In Petaluma beziehen wir einen herrlichen Platz. Hier ist für die nächsten Tage unsere Basis für die Erkundung der Stadt.

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Weiter der Westküste entlang

Eine gemütliche Fahrt mit vielen Stopps zur Bewunderung der schönen Küstenlandschaft.

Spaziergänge sind ein Genuss, die Wassertemperatur lädt jedoch nicht zum Baden ein.

Wir verbrachten, trotz der idyllischen Lage im Devils Lake Park, eine unruhige Nacht. Dies verdanken wir unseren Nachbarn, einer Gruppe junger Leute, die bis in die frühen Morgenstunden gefeiert haben.

Weiter südlich fahren wir zum Devils Punch Hole.

Wir schauen den Surfern zu die, trotz geringem Wellengang, geduldig auf die nächste gute Welle warten.

Auch die Seehunde nehmens gemütlich.

Die konstanten Winde vom Meer her lassen alle Büsche und Bäume krumm, landeinwärts wachsen.

Der Strand, Heceta Beach, bei unserem Campingplatz in Florence.

Barfuss im Sand, den Geruch des Meeres in der Nase, Wind in den Haaren: bleiben da noch Wünsche offen?

Das Ballett der Vögel.

Als nächstes machen wir einen Besuch bei den Fleischfressenden Pflanzen.

Insekten werden bei den zwei längeren Blättern unten am Blütenkopf angelockt.

Mittagsrast in Bandon.

Der Himmel ist bewölkt, das Meer zeigt sich von seiner düsteren Seite.

Wir campieren im Indian Creek Park in Gold Beach.

Hier wird uns das Barnacle als bestes Fischrestaurant empfohlen. Schon wegen dem uns gut bekannten Namen wollen wir das Restaurant besuchen. Das Barnacle ist eines unserer Lieblingsrestaurant in Port Elizabeth, Südafrika.

Franz hat, wie immer, den Fisch genossen und auch ich habe ein gutes Nachtessen bekommen, aber ohne Fisch.

Auch auf diesem Platz campieren viele Fischer. Sie verbringen hier einige Wochen und füllen ihre Tiefkühlschränke mit dem Fang. Viel Fischerlatein ist bei den Gesprächen natürlich auch dabei. Aber auch hier sind die Männer, Frauen sind hier sehr selten, überaus grosszügig. Franz bekommt geräucherten Lachs geschenkt.

 

 

 

 

Über die Grenze nach USA bis Warrenton 2. bis 6. August.

Wir verlassen Vancouver und stehen schon nach etwa 80 Kilometer an der Grenze zu den USA. Wir wurden mehrfach gewarnt, dass es lange Schlangen gäbe beim Zoll. Wir hatten Glück. Die Wartezeit betrug nur etwa 15 Minuten.

Einer freundlichen Zöllnerin übergaben wir unsere Autoschlüssel mit dem Hinweis, dass wir gerne bereit sind, ihr beim Öffnen und Einsteigen in unsere Kabine behilflich zu sein. Sie hiess uns einfach warten und werde uns rufen, falls sie Hilfe benötige. Nach etwa 10 Minuten war die Dame zurück mit den Eiern aus unserem Kühlschrank in der Hand. Leider müsse sie diese einbehalten. Ansonsten sei alles in Ordnung und wir könnten weiterfahren. Zurück beim Frosch haben wir festgestellt, dass die Zöllnerin es geschafft hat, ohne dass das Dach aufgeklappt wurde, alle Schubladen, den Kühlschrank und sogar den Aufbewahrungsort unter dem Tisch zu öffnen und zu durchsuchen. Für uns hiess das, erstmal aufräumen, erst dann konnten wir die Fahrt wieder aufnehmen.

Wir fahren über eine Nebenstrasse bis Coupeville.

Hier haben wir die Fähre nach Townsend auf der Olympic Halbinsel gebucht. Schon am Fährhafen, wo wir auf die Fähre warten, spricht uns Neil an. Ein freundlicher Amerikaner, der auch schon viel gereist ist und, wie er berichtet, in Townsend wohnt.

Vor dem Verlassen der Fähre kommt Neil wieder zu unserem Fahrzeug. Wir könnten bei ihm auf seinem Grundstück campieren, offeriert er. Leider haben wir unseren Platz in Townsend gebucht und bezahlt. Neil gibt uns seine Telefonnummer und seine Adresse. Wir sollen doch bitte Kontakt aufnehmen.

Im Hafen von Townsend stellen wir auf dem gebuchten Platz unseren Frosch ab.

Wir versuchen Neil telefonisch zu erreichen, was nicht klappt. Kurz entschlossen fahren wir zur angegebenen Adresse. Wir kommen zu einem Haus mit fantastischer Aussicht. Das Haus steht leicht erhöht direkt am Strand. Neil stellt uns auch seine Frau, Babs, vor. Wir verabreden uns für das Nachtessen in der Stadt. Auf dem Rückweg zu unserem Standplatz wollen wir uns das Restaurant kurz ansehen. Zu unserem Schrecken stellen wir fest, dass es heute geschlossen ist. Wir wollen einfach etwas früher zum Restaurant fahren und dann mit Neil und Babs ein anderes suchen.

Port Townsend

Zu unserer Überraschung fährt aber kurz vor der vereinbarten Zeit ein rassiges, rotes, brandneues Mustang Cabriolet vor. Darin sitzen Neil und Babs! Wir haben uns Neil’s Auto ganz anders vorgestellt.  Sein Camper, mit dem er auf der Fähre war, war ein schon recht mitgenommenes Modell. Neil, mit grauem Pferdeschwanz und Babs, eher der alternative Typ, in so einem Auto!

Leider haben wir es verpasst von den beiden ein Foto zu schiessen. Wir haben aber einen sehr gemütlichen Abend im chinesischen Restaurant gleich beim Campingplatz verbracht. Wir erhielten viele gute Tips für unsere Weiterreise.

Vor allem hat uns Neil Cape Flattery empfohlen, hat uns aber auch gewarnt, dass es da meistens neblig sei. Wir machen uns am nächsten Morgen auf den Weg dorthin. Auf der Route gibt es aber noch ein Thermalbad. Es ist in der Zwischenzeit sicher allgemein bekannt, dass wir uns ein solches nicht entgehen lassen. In Sol duc hot springs wollten wir nicht nur baden, sondern auch übernachten. Der Campingplatz war jedoch ausgebucht.

Wir fahren weiter bis Sekiu. Ein einfacher Platz am Meer ist unser nächster Übernachtungsstopp.

Unsere Nachbarn, drei Männer im Fischer-Wochenende, sprechen uns sofort an. Sie fachsimpeln mit Franz über Autos und Fische. Wir bereiten unser Nachtessen vor, da kommt einer der Nachbarn mit bereits zubereitetem Lachs zu uns herüber. Franz freut sich über das feine Nachtessen.

Cape Flattery erreichen wir am Morgen bei besten Wetter. Eine Wanderung führt uns durch den Regenwald bis zur nordwestlichsten Spitze der USA, ausgenommen natürlich Alaska.

Cape Flattery

Der Plan für die nächsten Tage sieht die Fahrt auf der Strasse 101 dem Ufer des Pacifik entlang, immer in südlicher Richtung vor. Unser nächster Stopp ist Hoquiam River.

Immer wieder drückt Nebel vom Pacifik her inland. Allen, die uns von der Fahrt auf der US101 vorgeschwärmt haben, müssen wir recht geben. Die Fahrt ist mit schönen Aussichtspunkten gespickt.

Hier die drittlängste Brücke der Welt, so jedenfalls berichtet der Reiseführer. Wir fahren über die Brücke und biegen gleich danach nach Warrenton ab. Einen Tag Pause wollen wir uns nun gönnen.

Wir packen unsere Velölis aus für einen Ausflug durch den Fort Stevens State Park.

Fort Stevens ist eine Verteidigungsanlage. Hier sind die riesigen Unterwasserminen ausgestellt. Wir kümmern uns nicht sehr um die militärische Vergangenheit des Parks, geniessen aber die Wege durch den kühlen Wald.

Abendstimmung auf dem Kampers West RV Park in Warrenton.

 

Lightning Lake, Manning Park bis Vancouver 27. Juli bis 1. August

Im Manning Park treffen wir Nevin, Elias, Fränzi und Rafael die zur Zeit in Kanada in den Ferien sind.

Wir fahren gemeinsam im Wohnmobil von Rafael und Fränzi die steile Blackwall Road hinauf. Oben führt ein Pfad durch schöne Blumenwiesen. Nur ein ungefähr 45-minütiger Spaziergang und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt.

Das Wetter ist klar, die Aussicht dementsprechend grossartig.

Die Kinder vergnügen sich im See (für uns ist das Wasser zu kalt) und springen mutig von der doch etwa drei Meter hohen Brücke.

Wir verbringen zwei gemütliche Tage miteinander. Rafael fährt mit seiner Familie weiter um sein Wohnmobil abzugeben. Wir werden uns morgen, Samstag, noch zu einem Abschiedsessen auf Granville Island treffen.

Leider war der Campingplatz in der Stadt Vancouver für das Wochenende besetzt. Wir mussten uns mit einem nicht sehr schönen Platz in Surrey, einem Vorort von Vancouver, begnügen.

Zum Glück konnten wir dann am Sonntag den Platz Capilano River in West-Vancouver beziehen.

Eine lange Brücke verbindet Capilano Road mit dem Stanley Park.

Wir marschieren über die Brücke und gemütlich durch den Stanley Park bis zur Stadtmitte.

Diese Bahnhofhallendecke erinnert uns an den Bahnhof in Novosibirsk in Russland.

Vom Bahnhof aus nehmen wir den Seabus zum nördlichen Teil der Stadt und weiter einen normalen Strassenbus bis zum Campingplatz.

Auch am nächsten Morgen besuchen wir nochmals die Stadt.

Wir entdecken den Kronleuchter unter der Brücke,

die kleinen Personenfähren,

den Cannabis Markt,

das lärmige Feuerwehrauto

und den Bus mit dem Veloständer an der Busvorderfront.

Auf dem Rückweg schauen wir den Fischern zu.

Fischen ist hier aber nicht der ganz richtige Ausdruck. Die Männer haben eine Falle in Form eines Teichs gebaut. Wenn nun die Fische mit der Flut den Capilano River hinauf schwimmen, verirren sich einige in diese Falle. Flussaufwärts gibt es keinen Ausgang. Die Männer müssen die Fische bloss noch einsammeln.

Wir haben nun wieder für einige Zeit genug Stadtluft geschnuppert. Morgen fahren wir wieder aufs Land.

Victoria auf Vancouver Island bis Harrison Hot Springs

Wir stehen auf einem schönen, gepflegten Platz direkt an der Bucht.

Ein gemütlicher Spaziergang dem Wasser entlang führt uns mitten in die Stadt.

Wir nehmen einen Bus für eine Stadtrundfahrt.

Viele markante Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Die Stadt macht aber einen sehr liebenswerten Eindruck und hat ein südländisches Flair. Es gibt gut besuchte Strassencafés und viele Blumen in Töpfen und Beeten.

Wir geniessen es, für einmal in einem Gartenrestaurant zu essen und vergessen dabei fast, dass wir immer noch im bisher recht kühlen Kanada sind.

Im Hafen von Victoria legen nicht nur Kreuzfahrtschiffe an. Wasserflugzeuge landen im Minutentakt im Hafenbecken. Verschiedene kleine Fährschiffe befördern Passagiere an  Haltestellen rund um die Bucht und auf vorgelagerte Inseln.

Am nächsten Morgen spazieren wir nochmals um die Bucht, wieder zur Haltestelle der Touristenbusse. Heute steht der Besuch des berühmten Butchart Garden auf dem Programm. Etwa 45 Minuten Fahrt ausserhalb der Stadt hat Frau Butchart über Jahre einen Garten angelegt. Heute wird er von einer Gesellschaft betrieben. Es muss wohl ein ganzes Heer von Gärtnern hier beschäftigt sein.

Stundenlang sind wir durch die Gärten flaniert und haben uns an der Farbenpracht satt gesehen und die vielen Düfte eingesogen.

Am 26. Juli nehmen wir die Fähre von Swartzbay nachTsawassen auf dem Festland. Die Fahrt dauert nur 1,5 Stunden.

Unser heutiges Ziel ist Harrison Hot Springs. Wir fahren den ersten Campingplatz im Ort an. Er macht einen vernachlässigten Eindruck. Wir fahren weiter und kommen zum Harrison Country Club. Das sieht nun schon viel besser aus. Die freundliche Dame am Empfang teilte uns mit, dass sie keine Touristen mehr aufnehme. Nur noch Dauercamper werden auf dem Platz beherbergt. Sie sieht sich kurz unser Auto an und fragt, woher wir kommen. Auf unsere Antwort, dass wir Schweizer seien, sagte sie spontan: Schweizer können selbstverständlich bleiben!

Blick von der Promenade zu den schneebedeckten Berggipfeln.

Das Thermalbad ist geschlossen. Die einzige öffentliche Bademöglichkeit ist dieser Tümpel gleich neben der Quelle. Wir verzichten auf ein Bad.

Morgen fahren wir weiter zum Lightning Lake im Manning National Park.

Hat sich jemand gewundert warum plötzlich einige Beiträge auf einmal erscheinen? Nein, uns ist nicht langweilig. Wir haben endlich ein stabiles Internet!

 

Port Hardy bis Comox 20. bis 23. Juli

Um Mitternacht sind wir von der Fähre Prince Rupert – Port Hardy gefahren. Einchecken im gebuchten Campingplatz war schnell erledigt. Wir bleiben noch einen zusätzlichen Tag in Port Hardy. Mit dem Velo machen wir uns auf zum Informationsbüro um Kartenmaterial über Vancouver Island zu erhalten.

Die Strasse führt der Ostküste der Insel entlang. Im kleinen Ort Telegraph Cove machen wir Station.

An jedem der gut erhaltenen Häuser hängt eine Tafel. Beschrieben wird der ursprüngliche Zweck des Hauses und der Besitzer. Die Häuser sind alle aus Holz gebaut. Im ganzen Dorf herrscht Rauchverbot.

Wir buchen eine Whale Watching Tour. Die Tiere auf dem unten abgebildeten Plakat sind in der Bucht heimisch.

Orcas

Hier bläst der Humpback Whale und setzt, unten, zum Abtauchen an. In dieser Bewegung wird auch seine Schwanzflosse sichtbar.

Nur etwa 150 Kilometer weiter südlich der Küste entlang kommen wir zum King Beach Provincial Park in Comox. Der Park ist mit viel Liebe zum Detail verschönert.

Sogar das Toilettenhäuschen ist mit Blumen verziert.

Wir stehen auf einem schattenlosen Platz, also fahren wir alle verfügbaren Sonnenstoren aus.

Das Meer sieht einladend aus. Die Wassertemperatur ist jedoch nicht badefreundlich.

Am Sonntag treffen sich in Comox die Freunde der Oldtimer.

Die überwiegend männlichen  Besucher staunen und fachsimpeln.

Für die nächsten drei Tage haben wir in Victoria einen Platz direkt an der Bucht gebucht.

Meziadin Lake bis Prince Ruprecht

Auf dem Weg zum Meziadin Lake begegnen wir dieser drolligen Familie.

Die zwei jungen Bären üben sich im Klettern, derweil die Mutter aus einiger Entfernung dem Treiben zuschaut.

Entlang der Strecke gibt es immer wieder kleine Seen und Tümpel. Die meisten sind mit Seerosen bedeckt.

Am  Meziadin Lake finden wir im Provincial Park einen sehr schönen Platz. Auch das Wetter ist gerade richtig um einige Zeit am See zu verbringen.

Hier in dieser Gegend sollen auch jetzt die Lachse zu ihren Laichplätzen hochschwimmen. Ein besonders guter Punkt um dies zu beobachten sind die Stromschnellen zwischen Stewart und Hyder (ein kleiner Teil von Alaska der nur über Kanada zu erreichen ist). Wir machen uns also am nächsten Tag auf in Richtung Stewart. Der Weg führt durch eine Schlucht, vorbei am Fusse eines Gletschers zur Kleinstadt Stewart.

Das Wetter ist recht trüb. Das soll uns jedoch nicht von unserem Vorhaben abbringen.

In Stewart fragen wir im Informationsbüro nach, wie es mit dem Aufstieg der Lachse so stehe. Leider, leider, sind die Lachse noch nicht auf ihrer Reise zurück zu ihrem Geburtsort. Es wird noch ungefähr zwei Wochen dauern, bis die ersten Fische hier hoch springen.

Trotzdem haben wir den Ausflug nach Stewart genossen.

Wir haben ein englisches Paar getroffen, das fast die gleichen Reisen wie wir gemacht hat. Das gab natürlich viel Gesprächsstoff. Die beiden hatten noch kein „Breakfast“ gegessen. Wir begleiteten sie zum Restaurant und führten dort die interessanten Gespräche fort. Die beiden wollen noch einen Tag in Stewart bleiben. Wir verabschieden uns und wünschen gute Reise.

Auch auf dem Rückweg zum Meziadin Lake machen wir nochmals am Fuss des Bear Gletscher halt und schiessen ein neues Foto.

Füsse kühlen im See macht Spass, auch wenn man nicht weit gelaufen ist.

Eine freudige Nachricht erreicht uns heute. Die Buchung für die Fähre von Prince Ruprecht nach Port Hardy auf Vancouver Island ist für den 20. July bestätigt.

Wir fahren weiter auf dem Cassiar Highway. Kurz vor dem Cassiar River Park, wo wir übernachten werden, sind Totem Pfähle errichtet worden, die aus verschiedenen Gegenden stammen.

In meiner Jugend habe ich viele Karl May Bücher gelesen. Ich hatte immer gedacht, dass Totempfähle etwas mit Tod und Folter zu tun hätten (wir wurden an die Pfähle gebunden, so hat es Karl May formuliert). Ich wurde hier nun eines Besseren belehrt. Totempfähle sind Stammeszeichen, also so quasi die Wappen der verschiedenen Stämme.

Nun fahren wir noch bis Prince Rupert. Wir freuen uns auf die Fährfahrt.

Prince Rupert ist sicher, wäre hier nicht der Fährhafen, keine Reise wert.

Oben der halb zerfallene Bahnhof und unten das einzige Gebäude das wir sehenswert fanden.

Morgen, 20. Juli, zwischen halb sechs und sechs müssen wir am Fährhafen sein. Wir werden 16 Stunden auf der Fähre verbringen.