Watson Lake über den Cassiar Highway bis Iskut, 13. bis 15. Juli

Hier in Watson Lake ist eine wichtige Kreuzung. Über den Robert Campbell Highway sind wir Richtung Alaska gefahren. Heute, am 13. Juli, sind wir über den Alaska Highway wieder in Watson Lake angekommen. Wir gönnen uns eine kleine Pause auf dem uns schon bekannten TAGS Campground, nicht besonders schön, aber zweckmässig.

Wir sind sicher, dass das gut dokumentierte Informationsbüro in dieser kleinen Stadt Auskünfte über den Cassiar Highway hat, da dieses Büro uns schon mit ausführlichen Unterlagen über den Campbell Highway eingedeckt hat. Selbstverständlich gibt es auch Dokumentationen über den Cassiar Highway und genau so selbstverständlich, sehr ausführlich.

Karte des Cassiar Highways

Der erste Teil des Cassiar Highway mutet eher traurig an. Verbrannte Baumstrunke säumen die Strasse. Der Brand muss jedoch schon einige Zeit zurück liegen. Bereits ist der Boden wieder mit vielen grünen Büschen bedeckt.

Auch die ersten Blumen sind schon wieder da.

Auf einem Rastplatz wird auf einer Hinweistafel erklärt, warum Waldbrände nicht nur eine Katastrophe sind, sondern teilweise auch ihren Nutzen haben. Kurz gesagt: Feuer ist natürlich und gewisse Pflanzen blühen erst nach einem Brand wieder richtig auf. Der Baumbestand wird verjüngt und erholt sich somit bald wieder.

In Jade City leben 12 Personen, eine Familie. Sie besitzen eine Jademine. Beim „Dorf“ steht ein Verkaufsstand mit Bruchstücken von Jade, die man hier sehr günstig kaufen kann.

Es wird aber auch Jade bearbeitet. Hier wird zur Zeit eine grosse Platte Jade poliert. Es soll daraus einmal ein Tischblatt entstehen. Das ungefähr 1,5 qm grosse Blatt wird, fertig poliert und ca. 30’000 Can Dollars kosten.

Auf dem Waters Edge Campground am Dease Lake übernachten wir. Ein schöner Platz, jedoch wieder ohne jeglichen Service, das heisst, kein Strom, kein Telefon und auch keine Dusche. Wir fühlen uns jedoch sehr wohl hier.

Abends regnet es. Wir sind nicht sicher, ob wir den geplanten Ausflug zum Telegraph Creek machen können. Der Weg dahin führt über eine Naturstrasse in eine tiefe Schlucht, zum Telegraph Creek. Am Morgen jedoch, scheint die Sonne und wir nehmen den Weg in Angriff.

Die Brücke wird renoviert. Wir müssen warten. Auch dieser Passagier im Auto vor uns muss warten, wie langweilig!

Wir fahren noch am gleichen Tag zu unserem nächsten Stopp Red Goat Mountain Lodge, Iskut. Ein grandioser Name für einen nicht sehr gepflegten Campingplatz.

 

Kanada zum Zweiten, 10. bis 13. July

Die Strasse von Tok Richtung Whitehorse ist so ziemlich die schlechteste die wir bis jetzt befahren haben. Franz steuert um so viele Löcher wie möglich, alle kann er aber nicht umfahren. Wir werden schlimmer durchgeschüttelt als auf den Naturstrassen.

Trotzdem, die Fahrt hat auch schöne Seiten. Wir erfreuen uns an den Blumen entlang der Strasse.

Im Discovery Yukon Lodging in Beaver Creek, nur etwa eine Stunde Fahrt nach der Grenze übernachten wir.

Die Besitzer, ein sehr freundliches Ehepaar, sind Sammler. Im Office gibt es eine Kollektion von ausgestopften Tieren. Adler, Hase, Gepard und ein  grosses Bärenfell. Auf dem Dach lagen unzählige Geweihe der verschiedensten Arten. Auf die Frage ob sie selber jage, bekamen wir die Auskunft, dass diese Tiere alle bei Auktionen erstanden wurden. Verkauft hat sie der Staat, der die illegal gejagten Tiere konfisziert hat.

Vor einem Schopf liegen Motorsägen aller Art und die Wand ist mit den verschiedensten Werkzeugen behangen.

Für die nächste Übernachtung haben wir wieder ein Thermalbad gefunden. Nahe bei Whitehorse liegt Takhini Hot Springs. Der Zeltplatz ist eher auf der bescheidenen Seite. Das Bad jedoch ist sehr schön.

Eclipse Nordic Hot Springs, Canada

Hier im warmen Wasser haben wir ein schweizer Ehepaar getroffen, die auch schon einige Jahre unterwegs sind. Es war sehr erfrischend, mit Leuten zu plaudern die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Das Wetter ist schlecht. Wir fahren am nächsten Morgen, 12. Juli nach Whitehorse. Was uns hier wirklich interessiert ist die „Alpine Bakery“. Wir hoffen, dass wir wieder gutes Brot kaufen können. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Bäckerei ist mit einem Café verbunden. Wir haben ein „German Breakfast“ genossen und für die nächsten Tage Brot gekauft.

Auch ein europäischer Metzger ist hier tätig. Zu unserer Überraschung gab es hier richtige „Landjäger“. Schon eigenartig, wie man nach einiger Zeit die einfachen Dinge,  wie knuspriges Brot und ein feiner Landjäger vermisst.

Es regnet in Strömen. Whitehorse erscheint dadurch nicht sehr einladend. Wir haben auch in unserem Reiseführer nichts gelesen, das uns den Aufenthalt in dieser Stadt nahe legen würde. Whitehorse ist somit für uns bloss eine Versorgungsstation. Wir fahren weiter.

In Teslin, nach etwa 6 stündiger Fahrt, übernachten wir. Der Campingplatz ist mehr schlecht als recht. Für eine Nacht muss er genügen.

Am nächsten Morgen, das Wetter hat sich leicht gebessert, jedenfalls so, dass es nicht mehr den ganzen Tag regnet. Die Fahrt ist ereignislos. Wir kommen am Nachmittag auf dem uns schon bekannten Platz in Watson Lake an. Der nördliche Kreis unserer Reise hat sich nun vollends geschlossen.

 

Kingmountain Campground – Tok – Grenze zu Kanada

King Mountain Provincial Park liegt auf halbem Weg zwischen Anchorage und Tok. Es ist einer der zahlreichen schönen Campingplätze, die man in den Provincial Parks findet. Die Standplätze sind grosszügig bemessen, sauber und liegen meist in einem Wald, an einem Fluss oder einem See. Wir sind nicht auf Einrichtungen wie Strom, Wasser und Duschen angewiesen. Diese Annehmlichkeiten findet man in diesen Plätzen nicht. Sie sind meist nur mit einem Plumsklo ausgestattet. Wir haben öfters in solchen Campingplätzen übernachtet und die Natur und die Ruhe genossen.

Das Wasser zeichnet Muster in den Schlamm am Ufer.

Wasser gibts, falls gewünscht, von der Pumpe. Wir würden es jedoch nicht  als Trinkwasser empfehlen.

Der Platzwart und sein Begleiter halten Mittagsruhe.

Wir fahren weiter auf dem Glenn Highway. Es eröffnen sich wunderbare Ausblicke auf die Berge und Gletscher des Wrangell-Saint Elias National Park.

Bald erreichen wir Tok. Damit schliesst sich der Kreis unserer Reise durch Alaska. Wir haben nur einen kleinen Teil des riesigen Staates bereist. Meist waren wir auf guten Strassen unterwegs im, für Alaska Verhältnisse, stark bevölkerten Süden. Wir nehmen viele schöne Erinnerungen mit nach Hause. Die fotografisch fast nicht fassbaren Weiten, die hohen, schneebedeckten Berge und nicht zuletzt die freundlichen Bewohner sind ein wichtiger Erinnerungsschatz unserer Reise durch den Norden Amerikas.

Am Morgen des 10. Juli 2022 fahren wir an die Kanadische Grenze bei Beaver Creek. Eine lange Schlange aus Autos, Wohnmobilen und einzelnen Lastwagen warten auf die Einreise. Wir warten eine gute Stunde bis wir endlich den freundlichen Grenzbeamten (nur ein Beamter für die ganze Zollabfertigung) begrüssen dürfen. Die Formalitäten waren sehr schnell erledigt. Der Einreise nach Kanada steht nichts mehr im Wege.

Seward und Homer 5. – 7. Juli

Bei Anchorage liegt eine Halbinsel. Auf der einen Seite liegt Seward, auf der anderen Seite Homer. Wir besuchen zuerst Seward.

Eine schöne Fahrt dem Meerarm entlang mit Aussicht auf schneebedeckte Berge.

Abendstimmung auf dem Campingplatz in Seward und unten die gleiche Perspektive am Morgen danach.

Der Tag startet grau und bleibt auch so.

Obwohl im Reiseführer Seward als ein „must see“ beschrieben ist, finden wir an der Kleinstadt nichts Besonderes. Was Seward von anderen Städtchen in Alaska unterscheidet ist einzig die Lage am Meer. Darum unten ein Bild der Bucht von Seward.

Wir fahren also ein Stück zurück und dann auf der anderen Seite der Halbinsel wieder Richtung Süden. Wir erreichen Homer.

Gleich am ersten Abend in Homer besuchen wir das wärmstens empfohlene Captain Pattie’s Seafood Restaurant. Franz hat sich schon lange auf ein feines Nachtessen mit Zutaten aus dem Meer gefreut. Der Andrang hier ist riesig. Wir mussten etwa 45 Minuten auf einen freien Tisch warten. Warten hat sich gelohnt, wir wurden nicht enttäuscht. Das Essen war sehr gut.

Am nächsten Morgen fahren wir wieder zum sogenannten Spit. Das ist die äusserste Spitze dieser Halbinsel.

Viele schöne Steine werden hier angeschwemmt. Wir denken an unseren zweitjüngsten Enkel und seine Vorliebe für besondere Steine. Leider können wir unseren Frosch nicht mit zuviel zusätzlichem Balast beladen.

Wir spazieren bis zum Land’s end.

Es eröffnet sich eine schöne Aussicht zum Gletscher.

Franz findet weitere interessante Fotosujets.

Ein Weisskopfadler Paar hat sein Nest auf einem Sendemast gebaut.

Viele haben sich entschlossen ihr Nachtessen zu fischen. Hoffentlich mussten sie nicht hungrig ins Bett.

Unser Zeltplatz liegt etwas ausserhalb vor Homer. Es gibt jedoch im Spit auch einen Platz.

Das Campoffice sieht dann wie oben aus. Der Besitzer bewahrt alles auf. Es kann ja sicher nochmals gebraucht werden, so kann man zum Beispiel Pissoirs mit Blumen bepflanzen.

Homer ist, vor allem hier draussen am Spit, viel lebendiger und auch touristischer als Seward.

Es gibt viele kleine Läden und Essensstände.

Dieser Toyota ist Franz sofort aufgefallen. Zu unserer Zeit in Südafrika war er stolzer Besitzer eines solchen Pick-ups, wenn auch in blau.

Morgen fahren wir weiter und nähern uns schon bald der Grenze zwischen Alaska und Kanada.

Denali National Park bis Anchorage 2. – 5. Juli 2022

Auf der Fahrt Richtung Denali Park wird die Luft wieder etwas klarer. Wir können die Berge der Alaska Range wieder sehen.

Mit dem eigenen Auto darf man nur ein kleines Stück in den Park fahren. Man kann verschiedene Wanderungen unternehmen, jedoch sehr beschränkt und nicht wirklich anregend, da man meistens durch bewaldete Teile des Parks wandert und daher nicht viel sieht.

Schon um sieben Uhr morgens steigen wir in den ziemlich altmodischen Bus. Der Chaufeur ist gleichzeitig auch der Guide. Er erklärt die Gegend und schaut sich um nach Tieren die sich in der Nähe aufhalten.

Noch sehen wir nichts lebendiges. Auf dem Bild oben die Aussicht auf den breiten Fluss. Im Hintergrund sind immer noch Rauchschwaden zu sehen. Der Guide erzählt, dass zur Zeit 191 Feuer in Alaska wüten. Einige davon werden, falls keine Häuser in der Gegend sind, gar nicht gelöscht. Nur Feuer die bewohnte Gegend bedrohen werden bekämpft.

Noch weit entfernt, sehen wir den ersten Elch.

Bald sehen wir aber ein Tier ganz in der Nähe. Es ist ein Rentier. Der Chaufeur hält den Bus selbstverständlich an und gibt jedem genügend Zeit für Fotos.

Hinter dieser Wolkenbank soll sich der Denali, der höchste Berg auf dem nordamerikanischen Kontinent, befinden. Der Berg ist 6190 Meter hoch.

Noch ist er nicht wirklich sichtbar, aber man kann ihn erahnen. Die Bustour führt durch die eindrückliche Landschaft des Denali National Park.

Der Rauch ist wieder sichtbar.

Auf dem Weg nach Anchorage gibt es zwei „Denali View Points“. Wir stoppten an beiden Stellen.

Beim ersten Stopp sehen wir hohe, schneebedeckte Berge. Der Denali will sich uns aber immer noch nicht ganz zeigen. Noch hat er einen Wolkenhut auf. Wir hoffen, dass er beim zweiten Halt ganz sichtbar sein wird.

Eine wunderschöne Gebirgslandschaft. Der Denali liegt aber rechts davon.

Er ist immer noch nicht wirklich sichtbar.

Das ist das Panorama, wie es sich bei klarem Wetter präsentieren würde.

Noch ein Bild aufgenommen vom Denali Viewpoint 2.

Bald erreichen wir Anchorage. Über diese Stadt gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Wir haben am Abend nach unserer Ankunft ein Restaurant gesucht, weil wir Lust auf Restaurant Essen hatten. Unverrichteter Dinge kehren wir zu unserem Frosch zurück und haben uns aus den Vorräten ein Nachtessen gekocht.

Der Campingplatz liegt gleich neben der Bahnlinie.

Franz findet auch Blumen.

Die Bucht von Anchorage.

Alle acht Passagiere dieses Fahrzeugs treten in die Pedale und bewegen dieses eigenartige Fahrzeug durch die kleine Innenstadt von Anchorage.

Sitzplätze im Park der Stadt.

Verwirrende Tafel im Park.

Bummel durch den Park.

Wir haben beschlossen die Stadt morgen zu verlassen. Unser nächstes Ziel ist Seward, südlich von Anchorage.

 

Wieder auf amerikanischem Boden

Der Grenzübertritt verlief absolut problemlos. Eine nette Lady kontrollierte unsere Pässe und schon durften wir weiterfahren. Hier auf dem nördlichsten Zollposten, Poker Creek, geht es wohl etwas gemütlicher zu. Es sind mehrheitlich Touristen, die hier durch fahren.

Zur Erinnerung hier nochmals der Posten.

Weiter geht es von hier, immer noch über eine Naturstrasse, bis Chicken.

Wie kommt der ehemalige Goldgräberort zu diesem Namen? Der heutige Alaska-Wahrzeichen Vogel, Ptarmigan, dem Huhn nicht unähnlich, kam in dieser Gegend sehr häufig vor. Er war eines der Hauptnahrungsmittel der früheren Goldgräber. Als dann das Städtchen eine Poststelle bekam, musste natürlich ein Name gefunden werden. Der Vorschlag war, das Dorf nach dem Vogel Ptarmigan zu nennen. Es kamen aber grosse Zweifel auf, ob dieser Name gut zu buchstabieren sei. Nach einigen hitzigen Diskussion einigte man sich dann auf Chicken.

Die Fahrt bis zu diesem Ort verlief ohne besondere Ereignisse. Die Gegend war immer noch von Rauch eingehüllt. Das ist der Grund, warum hier keine Bilder zu sehen sind.

Wir fahren teilweise dem Fortymile River entlang bis nach Tok. Zwar war ein Teil der Strasse vor Tok geteert. Das heisst aber nicht, dass sie besser war. Ganz im Gegenteil, ein Loch nach dem andern. Franz fand fahren hier anstrengender als auf der Naturstrasse.

Wir schlagen unser Lager auf dem schönen, komfortablen Platz in Tok auf.

Ausruhen ist hier das Motto.

Gestärkt verlassen wir am Morgen den Platz. Fairbanks ist das nächste Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben diesen Riesenwohnmobilen, hier in Fairbanks, kommt sich unser Frosch sicher wie ein Gartenzwerg vor.

Wir besuchen am Samstag den Farmersmarket.

Ein vielfältiges Angebot von Zuchtpilzen steht zum Verkauf. Wir denken an feines Risotto und decken uns mit gedörrten Mischpilzen ein.

Bei einer Münchnerin im Souvenirshop kaufen wir einen Eskimo-Kopf für die Wand am Flumserhüsli.

Das waren nun die Eindrücke von Fairbanks.

Der Frosch wird aufgetankt zur Weiterfahrt zum Denali Nationalpark.

Auf der Fahrt immer noch das gleiche Bild. Der Rauch trübt die Luft.

Auf dem Grizzli Bear RV Park finden wir einen schönen Platz für die nächsten Tage. Für morgen haben wir eine Tour durch den Denali Nationalpark gebucht.

 

Dawson City bis zur amerikanischen Grenze 30. Juni 2022

Das sieht aus wie eine Kulisse für einen Wildwestfilm. Das war der erste Gedanke als wir nach Dawson City hinein fahren. Nur die Frontroad, die Hauptstrasse ist geteert. Alle anderen Strassen sind Naturstrassen. Da es hier schon einige Zeit nicht geregnet hat, liegt ziemlich viel Staub in der Luft.

Eingeklemmt zwischen zwei dieser riesigen Dinger haben wir auf dem Gold Rush Camping zwei Nächte verbracht. Der Platz ist kein Hit, aber gut gelegen. Das Stadzentrum ist in fünf Minuten zu Fuss erreichbar.

Die Luft ist hier etwas getrübt. Wir können uns nicht vorstellen was der Grund dafür ist. Nach einigen Gesprächen mit Nachbarn war es dann klar. In Alaska wüten verschiedene Waldbrände. Wind bringen den Rauch bis hier her. Deshalb erscheint die Sonne wie hinter einem Schleier.

Noch ein paar Bilder von Dawson City.

Das Gebäude einer kürzlich stillgelegten Zeitungsdruckerei gibt es noch.

Morgen werden wir die Fähre über den Yukon-Kuskokwim nehmen und den Top of the World Highway befahren. Es gibt keine Brücke über den Fluss.

Die Fährfahrt dauert etwa 20 Minuten. Die meiste Zeit beansprucht jedoch die Warterei. Nur eine der zwei Fähren war in Betrieb. Es können jeweils ein Lastwagen oder eines der riesigen Wohnmobile und vier bis sechs Autos geladen werden. Wir warteten ungefähr eine Stunde und hatten dabei noch Glück. Weil wir ein kleines Auto fahren durften wir in eine besondere Spur einschwenken. Diese wurde doch recht rasch kürzer.

Von unserer Fahrt über den Top of the World Highway gibt es leider keine Bilder. Die Gegend ist hügelig und die Strasse führt meistens über den Grat der Hügel. Die Gegend war von Rauch der Feuer in Alaska stark getrübt. Es fühlte sich an, wie wenn man durch Nebel fährt. Die Sicht zur Strasse war kein Problem. Die Fahrt daher, obwohl es eine Naturstrasse ist, nicht anstrengend.

Am nördlichsten Grenzübergang in die USA wurden wir von einer freundlichen Zöllnerin nur kurz angehalten. Nach den üblichen Fragen nach Waffen und weiteren mitgeführten Gegenständen hat sie uns eine gute Fahrt gewünscht.

Den nächsten Bericht werdet ihr also wieder unter Nordamerika/USA finden.

Weiter auf dem Alaska Highway am 25. Juni und über den Klondike Highway bis am 28. Juni.

Die Hochwassersituation hat sich beruhigt. Wir fahren auf weiterhin guter Strasse nordwärts.

Eine Bisonherde hat es sich am Strassenrand gemütlich gemacht.

Eine ganz spezielle Wolkenformation. Zum Glück kündet sie keinen Regen an.

Bald erreichen wir Watson Lake. Lebensmittelvorräte und Diesel auffüllen ist das Tagesziel. Ausserdem wollen wir uns erkundigen, ob die geplante Fahrt über den Campbell Highway möglich ist. Im Informationsbüro erhalten wir von einer sehr freundlichen Dame nicht nur die gewünschte Bestätigung, dass der Highway problemlos zu befahren sei. „The road is very good.“ Was gut heisst liessen wir offen, wir wissen, dass es eine 220km lange Gravelroad ist. Ausserdem versorgte uns die Dame mit der entsprechenden ausführlichen Wegbeschreibung. Auch Broschüren über Vögel, Pflanzen, Wildtiere und Pilze der Region erhielten wir.

Das Besondere an Watson Lake ist der Schilderwald. Reisende aus der ganzen Welt befestigen hier die verschiedensten Tafeln, Autonummern, Namensschilder, usw. Zuletzt wurden im Jahr 2019 ca. 88000 Schilder gezählt.

Die Strasse auf dem Campbell Highway ist wirklich sehr gut, flach und praktisch staubfrei.

Franz wirkt entspannter. Auch er kann die Landschaft geniessen und trotzdem sicher fahren.

Wir übernachten in Faro. Weil wir keine Lust zu kochen haben, fragen wir im Touristenbüro ob es hier in dem kleinen Ort, neben dem General Store und dem Post Office auch ein Restaurant gebe. Ja natürlich, es gibt ein Hotel mit einem guten Restaurant. Wir überlegen nicht lange und machen uns auf dem Weg zum beschriebenen Hotel. Leider war ausser einem Hamburger und einem Toasted Sandwich nichts zu haben. Aus der Traum vom guten Essen in einem schönen Restaurant! Der Bauch war gefüllt und wir haben gut geschlafen.

Nun sind es noch ungefähr 200 km auf geteerter Strasse entlang dem Campbell Highway bis Carmacks.

Der Yukon, hier beim Campingplatz Coal Mine bei Carmacks. Der Platz ist schön gelegen am Fluss. Leider ist auf der anderen Seite des nicht sehr gepflegten Platzes die Strasse.

Auf dem Klondike Highway geht es nun weiter, immer noch gegen Norden.

Die Fünffinger Stromschnellen. Durch diese schwierige Passage wurden viele Güter ins Goldrausch-Gebiet transportiert. Es war nur die mittlere Passage befahrbar bis später, links im Bild, eine weitere, ruhigere Passage frei gesprengt wurde.

Der mächtige Yukon.

Beidseits der Strasse blühen prächtig wilde Blumen.

Heute fahren wir noch bis Dawson City. Dort planen wir eine kurze Ruhepause ein.

Weiter Richtung Norden bis Liard Hot Springs, 25. Juni 2022

Wir verlassen am Morgen den nicht sehr schönen Platz in Chetwynd. Gemäss Reiseführer ist die Strasse Nr. 29 der schönere Weg nach Norden als derjenige über Dawson Creek, wo der Alaska Highway offiziell beginnt.

Noch ist das Paradise Valley sichtbar.Es wird überall gebaut. Vor allem eine neue Strasse mit vielen Brücken wird am höheren Rand des Tals gebaut. Bald soll hier ein Stausee entstehen, der das ganze Tal überschwemmen wird.

Wir fahren noch auf der alten Strasse. Bei Fort St. John biegen wir auf den Alaska Highway ein. Auf einer guten Strasse geht es immer weiter gegen Norden. Beim Buckinghorse Creek, schlagen wir unser Nachtlager auf. Man kann das nicht wirklich als Dorf bezeichnen. Es besteht aus einer Tankstelle, dem dazugehörigen kleinen Restaurant und dem Zeltplatz. Der Besitzer der Tankstelle versorgt uns mit Feuerholz und lässt es bis zum ca. 2 km entfernten Zeltplatz liefern.

Wir sind froh, dass wir ein Feuer machen können. Es schwirren ziemlich viele Mücken herum. Das Feuer hält einige davon von uns ab.

Am nächsten Tag fahren wir weiter auf dem Alaska Highway, der hier über den höchsten Punkt führt, den Summit Pass auf 1200 müM. Schon nach kurzer Fahrzeit beginnt es zu regnen. Das stört nicht weiter, wir sitzen ja trocken im Auto. Bald, je höher wir kommen, wandelt sich der Regen zu Schneeregen und, kurze Zeit später, zu einem veritablen Schneesturm.

Wir hatten vorgesehen, am Summit Lake zu campieren. Angesichts der Wetterverhältnisse entschlossen wir uns, noch ein Stück weiter zu fahren. Am Toad River auf ungefähr 700 müM,  fanden wir dann einen guten Zeltplatz. Der Platz liegt an einem kleinen See, der durch einen Damm gesichert ist. Es regnete nach wie vor in Strömen. Der Regen hielt die ganze Nacht an.

Ein lautes Rauschen war zu hören, es regnete immer noch und der Damm am See war zum Teil eingebrochen. Der Fluss war stark angestiegen. Ein Angestellter am Zeltplatz warnte uns, dass wahrscheinlich die Strasse gegen Norden überflutet sein wird. Wir überlegten, was nun zu tun sei. Der Zeltplatz schien uns nicht mehr sehr sicher. Wir entschlossen uns, wieder ein Stück südlich, eventuell bis Port Nelson, zu fahren.

Auf dem Summit hatte sich das Wetter aber deutlich gebessert. Sogar ein Stück blauen Himmels war zu sehen.

Summit Lake

Wir machten eine Pause und haben uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, wieder zum Toad River zurück zu fahren. Dort wollen wir eine weitere Nacht verbringen. Wir nehmen an, dass die Lage bald wieder übersichtlicher sein wird.

Am zweiten Abend kann Franz sogar wieder unser Nachtessen am Feuer zubereiten.

Obwohl am Morgen noch viel Wasser auf dem Zeltplatz lag, bekamen wir grünes Licht. Die Strasse nordwärts sei wieder befahrbar. Wir machen uns auf den Weg.

Die Flüsse entlang der Strasse führen noch viel Wasser, sind aber nicht mehr bedrohlich.

Unser nächstes Ziel liegt nicht weit weg. Wir wollen beim Liard River Hot Springs, nur ca. 150 km weiter, ein heisses Bad geniessen. Der Fluss entlang der Strasse führt Hochwasser, ist aber ein gutes Stück von der Fahrbahn entfernt.

Die Luft ist klar mit wunderbarer Fernsicht.

Wir geniessen eine schöne Fahrt. Der Murdoch Lake glänzt in schon fast kitschigem Blau.

Bisons grasen am Strassenrand.

Vom Campingplatz führt ein Fussweg durch Sumpfgelände zum Naturpool der heissen Quellen.

Wir geniessen ein richtig heisses Bad, fast ist es zu heiss. Zum Glück gibt es kühlere Strömungen im heissen Fluss. Die Bilder oben wurden am frühen Morgen aufgenommen. Während der Badezeit ist der Pool ziemlich voll und daher nicht so idyllisch.